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Pokerräuber hinter Gittern
Gab es Hintermänner im Poker-Coup?

Überfall auf Poker-Turnier
Überfall auf Poker-Turnier FOTO: AP
Berlin (RPO). Nachdem die Polizei meldet Vollzug gemldet hat und alle vier mutmaßlichen Pokerräuber gefasst sind, beginnen nun die Spekulationen um mögliche Drahtzieher für den spektakulären Überfall auf Deutschlands größtes Pokerturnier in einem Berliner Luxushotel.

Wie die "Berliner Morgenpost" unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtet, gibt es Anzeichen dafür, dass die Räuber den Überfall nicht selbst geplant haben, sondern von Hintermännern beauftragt wurden.

Die Festgenommenen sollen demnach lediglich mit der Ausführung des Raubes beauftragt worden sein. Hinter der Tat sollen laut Zeitung Mitglieder einer polizeibekannten arabischen Großfamilie stecken. Ein mit dieser Familie verfeindeter krimineller Clan wiederum soll der Polizei Hinweise auf die Identität der Räuber geliefert haben.

Alle mutmaßlichen Täter gefasst

Ein 21-Jähriger hatte sich bereits am Montag der Polizei gestellt und die Namen seiner Komplizen verraten. Am Mittwoch war ein weiterer Tatverdächtiger von einer Zivilstreife bei einer Routinekontrolle am Berliner U-Bahnhof Rosenthaler Platz im Bezirk Mitte festgenommen worden. Am Samstag stellten sich am Flughafen Tegel nun Mustafa U. (20) am Vormittag und Jihad C. (19) am Abend, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Das hatten die Anwälte den Ermittlern zuvor angekündigt.

Vor 14 Tagen hatten vier maskierte Männer mit einem Revolver und einer Machete bewaffnet das Pokerturnier überfallen und dabei 242 000 Euro erbeutet. Die Beute soll gleich nach der Tat zwischen den Männern aufgeteilt worden sein. Alle vier Tatverdächtigen stammen aus Zuwandererfamilien - die meisten aus türkischen. Zielfahnder des Landeskriminalamtes waren auf die Spuren der Räuber angesetzt.

Bei dem Überfall hatten die Männer einen Wachschützer überrannt und unter den rund 400 anwesenden Teilnehmern Panik ausgelöst. Dabei hatten sich mehrere Menschen leicht verletzt. Einem Wachmann war es kurzzeitig gelungen, einen der Täter zu überwältigen und ihm einen Großteil der Beute abzunehmen. Ein Komplize befreite den Mann aber. Bei dem Überfall wurde die Bande, die Fingerabdrücke und DNA am Tatort hinterließen, gefilmt.

(DDP/pst)
 
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