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Tarifkonflikt
Lokführer wollen ab Dienstag streiken

GDL-Streik in Mönchengladbach: Viele fahren mit der Privatbahn
GDL-Streik in Mönchengladbach: Viele fahren mit der Privatbahn FOTO: Laura Sandgathe
Berlin. Die GDL hat ihre Ankündigung wahrgemacht. Sie ruft im Tarifkonflikt mit der Bahn wieder zum Streik auf. Er beginnt im Güterverkehr und wird am Mittwoch auf den Personenverkehr ausgedehnt. Die Lokführer treten wieder bundesweit in den Streik.

Im Personenverkehr wollen sie am Mittwoch und Donnerstag die Arbeit niederlegen, wie die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) am Montag mitteilte. Im Güterverkehr soll der Streik bereits am Dienstagnachmittag (15 Uhr) beginnen und bis Freitagmorgen (9 Uhr) dauern. Der 43-stündige Ausstand im Personenverkehr solle von Mittwoch 02.00 Uhr bis Donnerstag 21.00 Uhr dauern. Damit dürften der Zugverkehr vor allem am Mittwoch und Donnerstag schwer gestört werden. Es ist die siebte Streikaktion seit Beginn die Konflikts. Zuletzt hatten die Lokführer Anfang November gestreikt.

Fotos: Weselsky – Lokführer, CDU-Mitglied, Gewerkschafter FOTO: dpa, Frank Rumpenhorst

Der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky begründete den Arbeitskampf mit dem jüngsten Verlauf der seit neun Monaten andauernden Tarifrunde. Dabei habe die Bahn versucht, die Lokrangierführer "als billigen Jakob im Tarifvertrag zu verankern". Diese Kollegen machten die gleiche Arbeit wie Lokführer, würden aber deutlich schlechter bezahlt und hätten viel schlechtere Arbeitszeitregelungen. Das wolle die GDL nicht länger hinnehmen.

Weselsky kritisierte, dass die Bahn die Gewerkschaft hinhalten wolle. Auch nach 16 Tarifverhandlungsrunden fehlten noch immer Ergebnisse in zentralen Fragen. Als Beispiel nannte er eine Begrenzung der Überstunden. Die GDL verlangt außerdem fünf Prozent mehr Geld und eine Stunde weniger Arbeitszeit pro Woche.

Fotos: Leere im Kölner Hauptbahnhof, Gedränge bei den Bussen FOTO: dpa, hka tmk

"Für die Beibehaltung seiner Lieblingsmethode teile und herrsche ist dem DB-Vorstand jedes Mittel recht", erklärte Weselsky. Die GDL habe "konstruktive Verhandlungen" geführt und Kompromisse etwa bei ihrer Forderung nach einer Arbeitszeitsenkung und den Entgeltstufen vorgeschlagen. Die Bahn habe dagegen bisher "nichts gezeigt", kritisierte er. "Wo kein Wille ist, ist kein Weg." Daher bleibe der GDL nur der letzte Ausweg - der Streik.

Die Deutsche Bahn hatte sich schon vor dem Streikaufruf auf Zugausfälle und Verspätungen eingerichtet. In der Europa-Leitstelle in Frankfurt soll ein Krisenteam den Güterverkehr während des Ausstands steuern. Dabei hätten für die Versorgung wichtige Züge Vorrang, sagte ein Bahnsprecher am Montag. Auch für den Personenverkehr gibt es nach Bahn-Angaben Bereitschaftspläne der Betriebs- und Planungszentralen.

Die Bahn kritisierte die Streikabsicht. "Wir verstehen nicht, warum die GDL den bislang gemeinsam erreichten Zwischenstand nicht festhalten will", sagte eine Konzernsprecherin. Auch beim schwierigen Punkt Lokrangierführer hätten beide Seiten mittlerweile Grundzüge einer gemeinsamen Lösung erarbeitet.

Die GDL will noch vor dem Inkrafttreten des umstrittenen Tarifeinheitsgesetzes für ihre sämtlichen Mitglieder im Zugpersonal eigene Tarifverträge abschließen. Bislang hatte sie nur für Lokführer Abschlüsse vereinbart und läuft nun Gefahr, in Konkurrenz zur EVG künftig nur noch in einem Teil der Deutsche-Bahn-Betriebe eigene Tarife aushandeln zu können.

Das Tarifeinheitsgesetz der großen Koalition soll nach bisherigen Planungen im Juli in Kraft treten. Die GDL hat Verfassungsbeschwerde angekündigt und der Bahn eine Verzögerungstaktik vorgeworfen.

(REU/dpa/AFP)
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