Nach Stadtarchiv-Einsturz: Gedenkstätte Auschwitz hilft in Köln
zuletzt aktualisiert: 15.05.2009 - 15:18Köln (RPO). Fünf Papierkonservatoren aus der Gedenkstätte Museum Auschwitz Birkenau helfen bei der Rettung von Archivalien des eingestürzten Kölner Stadtarchivs. Die Hilfe soll ein Symbol für die Verständigung und die engen Beziehungen zwischen Polen und Deutschland sein.
Das teilte die Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen am Freitag in Düsseldorf mit. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) bezeichnete dies als ein "außergewöhnliches Zeichen der Versöhnung".
An den Arbeiten in Köln nehmen laut Angaben Konservatoren teil, die in der Gedenkstätte ansonsten an Dokumenten des früheren SS-Hygiene-Instituts arbeiten. Der polnische Museumsleiter Piotr Cywinski habe sich in einem Brief direkt an Rüttgers gewandt und die Hilfe angeboten. "Ich kann gegenüber der Katastrophe nicht hilflos bleiben, deshalb habe ich entschieden, dass auch alle in der Gedenkstätte eingestellten Papierkonservatoren an den Rettungsarbeiten teilnehmen werden", so Cywinski. Die fünf Polen werden in diesen Tagen direkt an der Unglücksstelle in der Kölner Severinstraße eingesetzt. Das Museum Auschwitz Birkenau wird nach Angaben der Staatskanzlei seit 2007 mit 600.000 Euro vom Land Nordrhein-Westfalen unterstützt.
Das historische Archiv der Stadt Köln und benachbarte Gebäude waren am 3. März eingestürzt. Bei dem Unglück kamen zwei junge Männer ums Leben. Als mögliche Ursache gilt ein Wassereinbruch beim nahen U-Bahnbau. Das Archiv beherbergte Dokumente aus über 1.000 Jahren Kölner und rheinischer Geschichte, insgesamt 65.000 Urkunden, 104.000 Karten und eine halbe Million Fotos.
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