Schon die dritte Panne in kurzer Zeit: Geisterzug rollt durch Sachsen-Anhalt
zuletzt aktualisiert: 10.12.2008 - 15:41Halle (RPO). Erneut ist ein führerloser Zug über deutsche Gleise gerollt. Der leere Triebwagen setzte sich am Montag im Bahnhof Merseburg bei Halle von selbst in Bewegung und kam erst wenige Kilometer vor der Stadt Querfurt zum Stehen. Ähnliche Fälle hatten sich kürzlich in Oberbayern und im Rheinland ereignet.
Die Deutsche Bahn bestätigte jetzt den aktuellen Fall in Sachsen-Anhalt. Das Fahrzeug der Bahn-Tochter Burgenlandbahn vom Typ VT 672 habe mehrere Bahnübergänge passiert, die allerdings mit Schranken gesichert gewesen seien. Menschen waren laut Bundespolizei nicht unmittelbar in Gefahr.
Das Eisenbahnbundesamt in Bonn erklärte, menschliches Versagen schließe man derzeit aus. "Gegenwärtig liegt der Fokus der Untersuchung im Bereich der automatischen Kupplung", erklärte eine Sprecherin des Unternehmens.
Dabei handele es sich um die Verbindung, mit der mehrere selbstständige Triebfahrzeuge aneinandergekuppelt werden könnten. Beim Kuppeln gebe es normalerweise eine mechanische und auch eine elektrische Verbindung beziehungsweise Trennung, erklärte sie. "Dieses Zusammenspiel wird näher untersucht."
Die Burgenlandbahn ist eine Tochter der Deutschen Bahn und bedient mehrere Verbindungen im südlichen Sachsen-Anhalt. Sie hat 57 Haltepunkte und ein Streckennetz von 177 Kilometern.
Ähnliche Vorfälle in Oberbayern und im Bayern
Erst im November hatte sich in Oberbayern ein Bahnwaggon selbstständig gemacht und war ohne Lok oder Fahrer 20 Kilometer weit gerollt. Der leere Personenwagen ging bei Rangierarbeiten in Garmisch-Partenkirchen verloren und fuhr über die leicht abschüssige eingleisige Strecke. Die Strecke führt durch Ortschaften und überquert mehrfach Straßen.
Im selben Monat rollte ein führerloser Zug mit 31 Waggons von Frechen in Richtung Köln. Nach sechs Kilometern durchbrach der Zug die Wand eine Lagerhalle und kam zum Stillstand.
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