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Staatsanwaltschaft
Ermittlungen nach Germanwings-Absturz eingestellt

Germanwings-Flug 4U9525: Ermittlungen zu Absturz eingestellt
Rettungskräfte suchen am 26. März 2015 in den Trümmern der abgestürzten Germanwings-Maschine FOTO: ap
Düsseldorf. Am Absturz der Germanwings-Maschine im März 2015 mit 150 Todesopfern trägt ausschließlich Copilot Andreas Lubitz die Schuld. Zu diesem Ergebnis kommt die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft.

Die Todesermittlungen deutscher Behörden nach dem Absturz der Germanwings-Maschine in Frankreich sind eingestellt. Demnach trägt der Copilot der Maschine, Andreas Lubitz, die Alleinschuld an dem Unglück mit 150 Todesopfern im März 2015. "Die Ermittlungen haben keinen Anlass gegeben, strafrechtlich gegen eine lebende Person zu ermitteln", sagte Staatsanwalt Christoph Kumpa. Es gebe einen entsprechenden Abschlussvermerk.

So habe keiner der behandelnden Ärzte in den Monaten vor dem Absturz Anhaltspunkte für eine Suizidgefahr bei Lubitz festgestellt. Auch der Arbeitgeber und die Angehörigen hätten davon keine Kenntnis gehabt. Bei den regelmäßigen flugmedizinischen Untersuchungen hätten sich ebenfalls keine entsprechenden Verdachtsmomente ergeben.

Die Symptome, mit denen sich Lubitz zahlreichen Ärzten vorgestellt hatte, seien andere gewesen als 2008, als er während seiner Flugausbildung an einer Depression erkrankt war. Entsprechend sei ihm auch unabhängig von zwei Ärzten eine andere psychische Störung diagnostiziert worden. Lubitz soll in den Monaten vor dem Absturz von der Angst geplagt gewesen sein, zu erblinden.

Entscheidung noch nicht endgültig

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte berichtet, dass die Ermittlungen unmittelbar vor dem Abschluss stehen und eingestellt werden. Nach WDR-Informationen hatte die Staatsanwaltschaft in den vergangenen Tagen zahlreiche Beweisanträge zurückgewiesen, die die Anwälte von mehr als 50 Opferfamilien gestellt hatten. Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft kann noch angegriffen werden - über Dienstaufsichtsbeschwerden oder ein Klageerzwingungsverfahren.

Die Germanwings-Maschine war am 24. März 2015 auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen zerschellt. Nach Überzeugung der französischen Ermittler hatte der Copilot die Maschine absichtlich gegen den Berg gesteuert. Alle 150 Insassen starben. Die meisten von ihnen stammten aus Deutschland, darunter auch 16 Schüler und 2 Lehrerinnen eines Gymnasiums in Haltern.

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft führte nach dem Absturz knapp zwei Jahre lang die Ermittlungen in Deutschland. Das sogenannte Todesermittlungsverfahren war nicht gegen eine bestimmte Person gerichtet. Hätten sich dabei aber Verdachtsmomente gegen lebende Personen ergeben, wären strafrechtliche Ermittlungen, etwa wegen fahrlässiger Tötung, gegen diese eingeleitet worden.

Nach dem Absturz war bei den Ermittlern eine Flut von Strafanzeigen gegen zahlreiche vermeintliche Mitverantwortliche des Absturzes eingegangen. Anwälte von Opferfamilien versuchen mit einer Zivilklage in den USA, höhere Entschädigungssummen des Lufthansa-Konzerns zu erzwingen. Die angebotenen Summen hatten sie als unzureichend zurückgewiesen.

(crwo/dpa)
 
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