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Germanwings-Unglück
Lufthansa bietet Angehörigen 25.000 Euro Schmerzensgeld

Der Lufthansa-Konzern bietet den Angehörigen der Opfer von Germanwings-Flug 4U9525 eine pauschale Entschädigung an: Nach Informationen unserer Redaktion sollen 25.000 Euro je Verstorbenen gezahlt werden. Ein Vertreter der Opfer spricht von einem beschämenden Angebot.

Ein entsprechendes Angebot über die gezahlte Soforthilfe hinaus sei am Dienstmorgen bei den Opfer-Anwälten eingegangen, bestätigten mehrere Anwälte.

Der Anspruch auf das Schmerzensgeld geht nach Erbrecht vom Verstorbenen auf dessen engste Angehörige über. Der Kreis der Bezugsberechtigten begrenzt sich auf Eltern, Kinder, Lebenspartner, Lebensgefährten mit gemeinsamem Wohnsitz und augenscheinlich auch Ehepartner.

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Geschwister, Großeltern oder Enkel keinen Anspruch anmelden können. Das ist nur dann möglich, wenn sie mit einem ärztliche Attest nachweisen können, dass sie ebenso leiden wie die anspruchsberechtigten Personen. Für jeden anspruchsberechtigten Hinterbliebenen bietet Lufthansa 10.000 Euro an.

Christof Wellens, Anwalt aus Mönchengladbach , der nach eigenen Angaben 30 Opferfamilien vertritt, kann das Angebot der Lufthansa nicht nachvollziehen. «Das ist beschämend und ein Witz. Das sieht eher danach aus, dass es nicht gut vorbereitet worden ist. Die Lufthansa sollte in Erwägung ziehen, dass sie mit so einem Angebot auch ihre Renommee beschädigen kann." "Ich kann mir kaum vorstellen, dass auch nur eine Opfer-Familie das annimmt", sagte Wellens.

Lufthansa hat den Hinterbliebenen bislang eine Soforthilfe von 50 000 Euro pro Todesopfer gezahlt. Bei dem Absturz eines Germanwings-Jets am 24. März, der mutmaßlich vom Co-Piloten herbeigeführt wurde, kamen in den französischen Alpen alle 150 Menschen an Bord ums Leben. Germanwings ist eine Tochterfirma der Lufthansa.

Derweil baute der Flughafen Düsseldorf rund 100 Tage nach dem Absturz die Gedenkstätte für die Absturz-Opfer im Terminal ab. "Das findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt", sagte ein Sprecher am Dienstag.

Reisende hatten mit niedergelegten Blumen und aufgestellten Kerzen ihr Mitgefühl ausgedrückt. Der Flughafen sammelte jetzt neun Kondolenzbücher, mehrere Plakate und zahlreiche Stofftiere ein und übergibt diese an die Fluggesellschaft Germanwings.

Der Copilot von Flug 4U9525 hat nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft den Airbus am 24. März auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf absichtlich in den französischen Alpen zum Absturz gebracht. Alle 150 Menschen an Bord kamen ums Leben. Die meisten Opfer stammten aus Deutschland.

mit dpa

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