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"Wollte nur mal sehen, ob ich's noch kann"
Dirk Niebel provoziert mit Emma-Persiflage auf Facebook

Germanwings-Unglück: Dirk Niebel provoziert mit Emma-Persiflage
Ex-Minister und Provokateur: Dirk Niebel. FOTO: dpa, tha hpl
Düsseldorf. Ein Facebook-Beitrag des ehemaligen Bundesministers Dirk Niebel (FDP) sorgt für Diskussionen. Mit einem unübersehbaren Augenzwinkern hatte er die kontroverse Forderung in einem Artikel der Zeitschrift "Emma" zur Frauenquote im Cockpit hinterfragt.

Die feministische Zeitschrift Emma hatte mit einem Artikel über die Frauenquote in Cockpits auf die Zwei-Personen-Regel reagiert, die viele Fluglinien nach dem Absturz der Germanwings-Maschine beschlossen hatte. Nach dem bisherigen Kenntnisstand hatte der Copilot Andreas L. die Tür verriegelt und die Maschine zum Absturz gebracht - alleine im Cockpit. Der Emma-Beitrag irritierte nicht nur viele Leser, sondern rief auch in anderen Medien ein großes Echo hervor.

Der Artikel selbst berief sich auf einen Blogbeitrag: Bei der Lufthansa gebe es nur sechs Prozent Pilotinnen und die Selbstmordquote sei bei Männern viel höher als bei Frauen, heißt es dort. Auch Amokläufe würden hauptsächlich von Männern begangen, was für eine Erhöhung der Frauenquote im Pilotenberuf stünde.

Einen Volltreffer ins meist empfindliche Herz der Netzgemeinde schaffte daraufhin Dirk Niebel, ehemaliger Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, am Sonntagabend. Dabei bediente er sich der gängigen Klischees:

Die "EMMA" fordert jetzt ja die Frauenquote für's Cockpit. Ob dabei bedacht wurde, daß Frauen häufiger auf die Toilette gehen als Männer und das meistens auch zu zweit??

Posted by Dirk Niebel on Sunday, 29 March 2015

Im Kommentar-Bereich stehen sich Emma-Verteidiger ("Sie scheinen noch in 19XX zu leben. Ich wünsche Ihnen und Ihren sexistischen Kumpanen viel Erfolg auf diesem Niveau."), und Satire-Freunde ("Und wer soll die Flugzeuge rückwärts einparken?!?") gegenüber. Dazwischen finden sich auch viele Nutzer, die Witze im Zusammenhang mit dem Flugzeugunglück für unangebracht halten: "Es gibt für einige wohl kein Thema, das man nicht mit Kommentaren unterhalb der Gürtellinie bedenken kann!".

Dirk Niebel reagierte auf die vielen Vorwürfe gelassen: "Reichweite über 106.000; rd. 1750 likes und ca. 170 Kommentare (von denen die Mehrheit positiv ist) hat dieser Post bisher generiert. Und dennoch kreieren manche Qualitätsjournalisten wie ein @Handelsblatt Kommentator daraus ein "Niebel-Problem". Leute, Leute IHR habt Probleme... Vor allem keinen Humor."

Auf die Frage eines Facebook-Nutzers, ob hinter dem "genialen Coup" die PR-Abteilung Niebels stecke, antwortet der: "Ich habe keine PR Abteilung. Wollte nur mal sehen, ob ich's noch kann -:) Und sowas wie die EMMA-QUOTE kann man ja nur persiflieren."

(RPO)
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