Nach bundesweiter BKA-Fahndung: Gesuchter Kinderschänder stellt sich
zuletzt aktualisiert: 06.08.2009 - 18:06Düsseldorf (RPO). Schneller Erfolg bei der öffentlichen Suche nach einem Kinderschänder: Weniger als 24 Stunden nach Einleitung einer Fahndung mit Fotos, Videos und Stimmproben hat sich der Mann am Donnerstagmittag den Behörden gestellt. Den Fahndern liegen 42 Tat-Videos vor, die zum Teil von Norwegen aus ins Internet gestellt wurden.
Zuvor hatten die Ermittler bereits konkrete Hinweise auf ihn erhalten, wie das Bundeskriminalamt (BKA) und die Staatsanwaltschaft Gießen mitteilten. Der Täter nahm auf Videos auf, wie er kleine Jungen zum Teil mit grober Gewalt sexuell missbrauchte und stellte die Aufnahmen ins Internet. Am Freitag soll er dem Haftrichter vorgeführt werden.
"Aktenzeichen XY...ungelöst"
Das BKA suchte im Auftrag der Staatsanwaltschaft Gießen mit Hilfe der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" am Mittwochabend nach dem Kinderschänder. Der Fahndungsdruck führte dazu, dass der Mann sich stellte. Wo er auftauchte, wurde aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht mitgeteilt, weil er möglicherweise Komplizen hat. "Im Rahmen der Fahndung waren zahlreiche Hinweise auf seine Person eingegangen", teilten die Behörden mit.
Die Staatsanwaltschaft wirft ihm mehrfachen schweren sexuellen Missbrauch sowie die Herstellung und Verbreitung von kinderpornografischen Videos vor. Der Täter verging sich an kleinen Jungen im Alter zwischen fünf und sieben Jahren. Aufnahmen davon stellte er ins Internet. Dem BKA liegen 42 entsprechende Videos vor. Die Ermittler gehen davon aus, dass diese vor allem im Jahr 2006 entstanden. Die Opfer sind heute vermutlich acht bis zehn Jahre alt. Das BKA entschied sich für eine öffentliche Fahndung auch aus dem Grund, um möglicherweise gefährdete Kinder zu schützen.
Videos von Journalisten zugespielt
Wie der Gießener Oberstaatsanwalt Reinhard Hübner erklärte, wurden 40 Videos den Ermittlern von einem Zeitungsjournalisten zugespielt, zwei Aufnahmen wurden auf einem Computer nach einer Durchsuchung gefunden. Über die jeweiligen Tatorte ist nichts bekannt. Die Filme wurden offensichtlich von Norwegen aus ins Netz gestellt und in geschlossenen Netzwerken verbreitet. Für die Annahme, dass der Täter Mitglied eines Kinderschänderrings sein könnte, gebe es keine Hinweise. Zur Ergreifung des Täters war eine Belohnung von 5.000 Euro ausgesetzt.
"Die Staatsanwaltschaft Gießen und das Bundeskriminalamt bedanken sich bei allen beteiligten Stellen und Hinweisgebern für die gute und sachdienliche Zusammenarbeit", heißt es in der Presseerklärung.
Hinweise zu Entführungsfällen erbeten
In der "XY"-Sendung bat die Polizei auch um Hinweise zum Entführungsfall in einer Jugendherberge in Rheine in Westfalen im Juni. Dabei entführte ein unbekannter Täter einen elfjährigen Jungen, der sich aber befreien konnte. Die Polizei vermutet, dass es sich um denselben Mann handelt, der seit Anfang der 90er Jahre Dutzende von Jungen missbrauchte und einige sogar ermordete.
Nach der Ausstrahlung überprüfte die Steinfurter Kriminalpolizei 40 Hinweise. Dabei hätten sich neue Ermittlungsansätze ergeben. "Von einer heißen Spur zu sprechen, ist im Moment aber verfrüht", erklärte die Ermittlerin Heike Piepel.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







