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Streit mit Partysänger Tobee
Gina-Lisa Lohfink muss keinen Schadenersatz zahlen

Fotos: Gina-Lisa Lohfink – Model und It-Girl
Fotos: Gina-Lisa Lohfink – Model und It-Girl FOTO: dpa, jka sab
London. Der Prozess um eine falsche Verdächtigung dauert an, eine Schadenersatzklage ist sie los: Gina-Lisa Lohfink muss Partysänger Tobee nicht für einen versäumten Videodreh entschädigen. Das Amtsgericht Seligenstadt wies die Klage ab.

Partysänger Tobee wollte 5000 Euro von Lohfink, weil sie einen Videodreh auf Mallorca verpasst hatte. Wie dieser Schaden genau entstanden sei, könne das Gericht nicht nachvollziehen, sagte Richter Jörg Wippich bei der Verkündung der Entscheidung am Freitag. "Da wurden so extrem widersprüchliche Angaben gemacht, dass ich das nicht einordnen konnte."

Model erschien nicht vor Gericht

Weil bei dem Verkündungstermin in Lohfinks Heimatstadt für die Beteiligten keine Anwesenheitspflicht bestand, waren weder das Model noch der 30 Jahre alte Sänger erschienen. Die Entscheidung wird den Parteien jetzt schriftlich zugestellt.

Der Streit ging um den Dreh eines Musikvideos auf der Mittelmeerinsel Mallorca vor zwei Jahren. Sie habe nicht rechtzeitig abgesagt, hatte Tobee, der mit bürgerlichem Namen Tobias Riether heißt, die Forderung nach Schadenersatz begründet. Auf eine außergerichtliche Einigung hatten sich Lohfink und ihr Anwalt nicht eingelassen.

Bei einem ersten Gerichtstermin im Juni hatte die 29-Jährige erklärt, sie sei krank gewesen. Den Dreh hätte sie nachgeholt, wenn sie gefragt worden wäre. Sie verstehe nicht, warum auf einmal alle ankämen. "Als ob es mir gerade nicht schon scheiße genug geht", hatte die frühere Kandidtin der Fernsehshow "Germany's Next Topmodel" gesagt und mit der Faust auf den Tisch gehauen, als sie sich verteidigte. 

Lohfinks Anwalt Burkard Benecken zufolge hatte der Sänger argumentiert, der Dreh sei ausgefallen, weil das Model nicht erschien. Tatsächlich sei das Video aber mit einer anderen Darstellerin gedreht worden, sagte Benecken am Freitag. Er habe deshalb Strafanzeige gegen den Sänger gestellt wegen des Verdachts auf Prozessbetrug.  

Anderer Prozess geht weiter

In Berlin sorgt derzeit ein weiterer Prozess gegen Lohfink für Aufsehen. Dort steht sie wegen des Vorwurfs einer falschen Verdächtigung vor Gericht. Das Model hatte einem Fußballer sowie einem VIP-Manager Vergewaltigung vorgeworfen. Der Verdacht bestätigte sich bei ersten Ermittlungen nicht. Die beiden Männer bekamen aber einen Strafbefehl, weil sie einen Film vom Sex mit Lohfink verbreitet hatten.

Der Fall spaltet bundesweit die Gemüter. Die einen sehen das Model als Vorkämpferin für die Rechte von Frauen, die sexuelle Gewalt erlitten haben. Andere sehen in dem Fall eine Inszenierung.

(dpa)
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