Protest gegen Abschiebungen: Göttinger Ausländerbehörde besetzt
zuletzt aktualisiert: 08.01.2010 - 17:36Göttingen (RPO). Etwa 20 Personen haben am Freitag die Ausländerbehörde in Göttingen besetzt. Damit wollen sie gegen die Abschiebung von zwei Flüchtlingsfamilien in den Kosovo protestieren.
Nach Angaben von Teilnehmern hatten die Gruppe am Vormittag die Räume des Amtes im Göttinger Rathaus betreten und mit den dort Beschäftigten diskutiert. Nach drei Stunden verließen die Besetzer das Gebäude wieder.
Konkreter Anlass für die Aktion sei die bevorstehende Ausweisung von zwei Familien aus Göttingen in das Kosovo, sagte ein Sprecher der Besetzer. Ihre Duldungen seien nicht verlängert worden, bereits am Montag drohe ihnen die Abschiebung. In den vergangenen Wochen waren bereits mehrfach kosovarische Flüchtlinge aus Göttingen in ihre Heimat abgeschoben worden.
Ein Sprecher der Stadt bestätigte, die Duldungen für die betroffenen Personen liefen am 11. Januar aus. Dass die Flüchtlinge bereits am 12. Januar in das Kosovo abgeschoben würden, schließe er nicht aus. Nach Angaben des Niedersächsischen Flüchtlingsrates soll an diesem Tag ein Flugzeug mit abgeschobenen Flüchtlingen von Karlsruhe in die Kosovo-Hauptstadt Pristina starten.
Die Göttinger Grünen kritisierten die Ausweisungen von Roma und Angehörigen anderer Minderheiten in das Kosovo. Sie seien dort Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt und fänden keine Arbeit. Ein Parteisprecher verwies darauf, dass der Göttinger Stadtrat erst im vergangenen September eine Resolution gegen Abschiebungen in das Kosovo verabschiedet habe. Der Göttinger Arbeitskreis Asyl rief für den 11. Januar zu einer weiteren Demonstration gegen Abschiebungen auf.
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