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Aktuelle Untersuchung
Greenpeace lobt 16 Modefirmen für giftfreie Textilien

Greenpeace lobt Zara, H&M und andere für giftfreie Textilien
30 internationale Modemarken und Discounter haben sich Greenpeace gegenüber verpflichtet, bis zum Jahr 2020 alle Risiko-Chemikalien aus ihrer Produktion zu entfernen. FOTO: shutterstock/ Photographee.eu
Hamburg. Wie umweltfreundlich wird eigentlich unsere Kleidung hergestellt? Und welche Umweltgifte stecken in bekannten und weniger bekannten Marken? Dieser Frage ist die Umweltorganisation Greenpeace in einer aktuellen Untersuchung nachgegangen und stellt fest, dass viele große Textilkonzerne bereits auf besonders schädliche Chemikalien bei der Produktion verzichten. Von Dana Schülbe

Greenpeace hat in seiner Untersuchung 18 globale Textilfirmen untersucht, die sich auf der Druck der Organisation schon seit geraumer Zeit dazu verpflichtet haben, bis zum Jahr 2020 alle Risiko-Chemikalien aus ihrer Produktion zu entfernen. Insgesamt hätten sich bereits 30 internationale Modemarken und auch Discounter Greenpeace gegenüber dazu verpflichtet, heißt es in einer Pressemitteilung. Das entspräche etwa 15 Prozent der globalen Textilproduktion.

16 "Trendsetter der sauberen Textilproduktion"

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16 der untersuchten Firmen werden demnach in der Kategorie "Detox-Trendsetter" verordnet, sind also solche, die Schadstoffe wie Weichmacher, Alkylphenoletoxylate oder per- und polyfluorierte Chemikalien aus ihrer Produktion entfernt haben. Dazu zählen Bekleidungsketten wie H&M und Zara, die Sportartikelhersteller Puma und Adidas sowie folgende weitere Modefirmen: Benetton, Burberry, C&A, Esprit, Fast Retailing, G-Star, Levi Strauss, Limited Brands, Mango, M&S, Primark und Valentino. Sie seien seien "die Trendsetter der sauberen Textilproduktion" und Vorreiter im Kampf gegen Wasserverschmutzung. 

"Die meisten Firmen stehen zu ihrem Wort und beginnen Mode zu produzieren, die die Umwelt verkraften kann", sagte Kirsten Brodde, Textil-Expertin von Greenpeace. "Der Wandel zur giftfreien Kleidungsproduktion ist bereits in vollem Gange."

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Der Sportartikelhersteller Nike und der chinesische Sportartikelriese LiNing setzen dagegen nach Angaben der Umweltschützer weiterhin umwelt- und gesundheitsgefährdende Schadstoffe in der Produktion ein. Zudem hätten sie bislang keine Abwasserdaten veröffentlicht – obwohl sie dies hätten tun wollen.

Luxusmarken kommen schlecht weg

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Doch nicht nur auf die Unternehmen, die sich Greenpeace gegenüber verpflichtet hat, hat die Umweltschutzorganisation in ihrer Untersuchung ein Auge geworfen, sondern auch auf andere. Insbesondere die Luxusfirmen kommen demnach schlecht weg. "Die angeblichen Edel-Marken scheren sich nicht um giftfreie Produktion", kritisierte Brodde.

Die giftigen Chemikalien, die die Modefirmen zum Färben und Ausrüsten von Textilien einsetzen, verschmutzen Gewässer und Trinkwasserreserven besonders in den Herstellungsländern. In den großen Städten Chinas - dem Land mit der größten Textilproduktion – sind laut Greenpeace über 60 Prozent der Trinkwasserreserven ernsthaft verschmutzt.

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