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Wegen "Zuspitzung der vergangenen Tage"
Sächsische Firma zieht Angebot für Asylunterkunft zurück

Polizei umstellt Rechte in Heidenau
Polizei umstellt Rechte in Heidenau FOTO: ap
Großröhrsdorf. Im sächsischen Großröhrsdorf sollte in einer leerstehenden Halle eines Unternehmens eine Notunterkunft für Flüchtlinge entstehen. Doch die Firma zog ihr Angebot nun zurück. In Interviews erklärt der Geschäftsführer seine Beweggründe.

Bis zu 700 Flüchtlinge sollten eigentlich in der Halle unterkommen, die Verhandlungen waren schon weit gediehen. Doch inzwischen, so berichten unter anderem der MDR und Radio Dresden unter Berufung auf die Landesdirektion Sachsen und den Besitzer selbst, hat der Eigentümer das Angebot zurückgezogen.

Darüber sei am Mittwochabend in einer Bürgerversammlung informiert worden. "Eine Nutzung der früheren Solarfabrik als Asylbewerbererstunterkunft für neu ankommende Asylsuchende kommt deshalb vorläufig nicht weiter in Betracht", zitiert der MDR aus einer Mitteilung.

MB-Portatec-Geschäftsführer Dietmar Metzner wiederum sagte Radio Dresden, man werde den Mietvertrag mit dem Freistaat nicht unterschreiben. Grund sei die Zuspitzung der vergangenen Tage und die fehlende politische Lösung, sagte Metzner. Bürgermeister, Stadtrat und der Pfarrer der Gemeinde hatten sich nach dem Bericht gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in der Halle ausgesprochen.

Im Interview mit "Zeit Online" sagte Metzner zudem: "Wir konnten nicht beurteilen, was passieren könnte. Es bestand die Gefahr, dass Dinge geschehen, die nicht zu verantworten wären. Das hat uns zum Rückzug veranlasst – unter Berücksichtigung der Reaktionen, die es in den vergangenen Tagen gab." Er habe das Angebot auch aus eigenem Antrieb zurückgezogen – aus Verantwortung für die Firma und für den Standort.

Er wolle aber vermeiden, dass der Eindruck entstehe, mit der Entscheidung habe der Protest der Unterbringungsgegner Erfolg gehabt. "Die Entscheidung ist nicht aus dem Protest heraus gefallen, sondern aus Verantwortung für die Entwicklung insgesamt. Indem ich einen Mietvertrag unterschreibe, übernehme ich Verantwortung für Entwicklungen, die daraus resultieren. Und diese Verantwortung konnte ich nicht tragen", sagte Metzner weiter.

Informationen zur Flüchtlingsdebatte in unserem Dossier.

(das)
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