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Erste Funde in Südthüringen
Die Goldwasch-Saison in Deutschland hat begonnen

Thüringen: Die Goldsucher-Saison 2015 ist gestartet
Thüringen: Die Goldsucher-Saison 2015 ist gestartet FOTO: dpa, mic lre fux
Theuern/Schalkau . Glücksritter durchkämmen auf der Suche nach dem großen Goldfund die ganze Welt. Am Sonntag traf sich die Szene am Flüsschen Grümpen nahe der thüringisch-bayrischen Grenze. Die Goldwaschsaison hat begonnen.

Plötzlich geht alles ganz schnell. Wie eine Traube versammeln sich Neugierige um Uwe Stärker, der seine Waschpfanne aus dem Flüsschen Grümpen in Südthüringen holt und wie eine Trophäe in die Höhe hält. Routiniert spült er die letzten Reste Kiessteinchen und Schlamm mit Flusswasser weg, dann erkennt auch der Laie, warum das Lächeln auf Stärkers Gesicht nicht mehr verschwindet: Gold!

40 bis 50 winzige Goldblättchen zählt er in seiner Pfanne. Eine ordentliche Menge, finden die Umstehenden. In der ins Tal bei Theuern scheinenden Sonne funkelt der Fund verführerisch. Letzte Zweifler haben nun den Beweis: Es gibt Gold in Deutschlands Gewässern.

Der Saisonstart verspricht erfolgreich für Uwe Stärker und seine Frau Andrea zu werden. Deshalb hält er sich gar nicht lange im Trockenen auf, verstaut seinen Schatz sicher und steigt sogleich wieder ins kalte Wasser. Neben den beiden sind am Sonntag noch andere Glücksritter aus Deutschland ins Südthüringische zum traditionellen Anwaschen gekommen. Reich werden die Goldsucher mit ihrem Hobby in der Regel nicht.

Der Fluss Grümpen - das deutsche Eldorado

Das kleine Gebirgsflüsschen Grümpen nahe der Landesgrenze zu Bayern ist über die Jahre schon fast zu einem Eldorado für Gold-Fans geworden. "Eine solch hohe Funddichte wie im Thüringer Schiefergebirge gibt es nirgendwo sonst in Deutschland", erklärt Markus Schade. Er sucht seit 42 Jahren überall auf der Welt nach dem glänzenden Edelmetall und weiß als promovierter Geologe, wo und wie er vorgehen muss. An einem guten Tag finde man hierzulande vielleicht ein Gramm, sagt Schade. Das entspricht beim aktuellen Goldpreis nicht einmal 37 Euro.

Aber darum gehe es nicht. "Ich war zum Beispiel schon am Yukon und in Australien zum Goldwaschen", erzählt Schade, der einige Hundert Meter weiter das in Deutschland einzigartige Gold-Museum betreibt. Für ihn zählen nicht allein materielle Werte. Freiheit, Abenteuer und Natur treiben ihn an. Schon die Suche selbst ist ein Spaß.

Um an das begehrte Metall zu gelangen, nutzen die Goldsucher unterschiedliche Methoden und Werkzeuge. Toralf Klehr ist mit seinem Kleinbus aus Sachsen-Anhalt angereist. Neben Waschpfannen in verschiedenen Größen hat er Schaufeln, Spitzhacke, Eimer und Brechstangen dabei. Immerhin wisse man vorher nicht genau, was für eine Umgebung einen erwarte. "Da heißt es, vorbereitet zu sein."

Konzentriert trennt er die feinen Steinchen vom Groben, schüttet die Masse auf seine Waschpfanne und schwemmt den Sand behutsam weg. Durch die hohe Dichte des Goldes bleibt dieses in der Pfanne zurück. Diesmal hat er zwar kein Glück, aber er macht gleich weiter. An guten Tagen bewegen die Schatzjäger bis zu 1,5 Tonnen Gestein, da ist Durchhaltevermögen gefragt.

Die Szene ist überschaubar

Die Goldwäscher-Szene in Deutschland ist eher überschaubar - man kennt sich. Bundesweit tummeln sich schätzungsweise 800 Menschen in den Flüssen, wo sie nach dem "König der Metalle" Ausschau halten. In anderen Ländern ist das anders. In den USA beispielsweise werden jährlich etwa drei Millionen Goldwaschpfannen verkauft. Das liegt aber auch daran, dass die Chance, in Deutschland größere Stücke - Nuggets - zu finden, eher gering ist. Das Thüringer Schiefergebirge gehört mit seinem Alter von etwa einer Milliarde Jahren schon zu den ältesten Gebirgen.

Die Goldsuche im industriellen Rahmen spielt in Deutschland kaum eine Rolle. Weltweit sind im vergangenen Jahr etwa 2860 Tonnen Gold gefördert worden. Ganz vorne dabei sind laut Mineral Commodity Summaries, einem Bericht der US-Behörde Geological Survey, China mit 450 Tonnen, Australien mit 270 und Russland mit 245. Die Bundesrepublik schafft es dagegen nur auf Erträge im Kilobereich.

In diesen Dimensionen denken weder die Stärkers noch ihre Mitstreiter, die bis zu den Knien im flachen Bachlauf der Grümpen stehen. Trotzdem sind sie alle angesteckt vom Suchfieber und warten auf ihren großen Tag. Trotz Erfahrung gilt für alle am Ende aber nur eine Regel: "Gold ist da, wo du es findest."

(dpa)
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