Deutscher Literatur-Nobelpreisträger: Günter Grass irritiert mit Holocaust-Äußerung
zuletzt aktualisiert: 01.09.2011 - 15:55Tel Aviv/Berlin (RPO). In Israel erregt ein Buch Aufsehen, das Günter Grass vor fünf Jahren in Deutschland publizierte und das jetzt auch in Israel veröffentlicht wurde: "Beim Häuten der Zwiebel". In einem Interview mit der Zeitung "Haaretz" rechnete er jetzt den Holocaust mit dem Leid deutscher Kriegsgefangener in der Sowjetunion auf und erwähnte nicht das, was erst dazu führte.
Grass sagte: "Ich sage das nicht, um das Gewicht der Verbrechen gegen die Juden zu vermindern, aber der Holocaust war nicht das einzige Verbrechen. Wir tragen die Verantwortung für die Verbrechen der Nazis, aber ihre Verbrechen fügten auch den Deutschen schlimme Katastrophen zu, und so wurden sie zu Opfern."
Das Interview löst auch in Deutschland Verwirrung aus: In einem Gastbeitrag für die "Süddeutsche Zeitung" warf der Historiker Peter Jahn dem Schriftsteller vor, den "Mord an sechs Millionen Juden mit einem Phantasiebild von sechs Millionen liquidierten deutschen Kriegsgefangenen zu relativieren."
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