Abschied von Klausjürgen Wussow: "Gute Nacht, Papi"
zuletzt aktualisiert: 30.06.2007 - 17:03Berlin (RPO). Mit brüchiger Stimme verabschiedet sich Barbara Wussow von ihrem Vater. "Gute Nacht, Papi", sagt die Schauspielerin sichtlich bewegt. Es ist der vielleicht bewegendste Moment während der Trauerfeier für den verstorbenen Schauspieler Klausjürgen Wussow.
Sie wünscht ihm, endlich Ruhe und Frieden zu finden. Zuvor hatte sie an die "vielen sprachlosen Jahre" erinnert und daran, diese Zeit in den vergangenen Monaten zusammen mit ihrem Vater "ohne Reue" aufgearbeitet zu haben.
Hunderte Menschen nehmen am Samstag vor und in der Berliner Gedächtniskirche Abschied vom ehemaligen Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters, der den meisten aber als "Professor Brinkmann" aus der TV-Serie "Schwarzwaldklinik" in Erinnerung bleiben wird. Klausjürgen Wussow war im Alter von 78 Jahren am 19. Juni in einem Krankenhaus in Rüdersdorf bei Berlin verstorben.
Wussow hatte sich vor seinem Ableben den Fernseh-Pfarrer Jürgen Fliege als Trauerredner gewünscht. Fliege erinnert daran, dass ein Nachruf nicht offene Rechnung begleichen, sondern zur Stärkung dienen solle. Dann wird Wussows letzter Musikwunsch gespielt. Es ist ein alter Schlager, der mit der Zeile "Es ist im Leben mir mehr genommen als gegeben" beginnt.
Die Kinder seien dem Verstorbenen stets das Wichtigste gewesen, sagt Fliege und wünscht allen, nach den Querelen um Scheidung und Sorgerecht, "zur Ruhe zu kommen". Wussows Leben sei vollendet und "jede Pore war notwendig". Auch sei er ein Leben lang beschädigt gewesen. Der väterliche Habitus des Schauspielers in all seinen Rollen sei immer eine Art "Heimweh" nach dem früh verlorenen Vater gewesen, gibt der frühere TV-Geistliche zu bedenken.
Wussows Sohn Alexander zitiert in seiner Abschiedsrede dann den französischen Dichter Jacques Prévert mit "Wie wünsch ich mir, du würdest dich erinnern, der frohen Tage, da wir Freunde waren". Auch er verabschiedet sich mit den Worten "Gute Nacht, Papi". Die beiden Kinder Alexander (42) und Barbara (46) aus der Ehe mit der Schauspielerin Ida Krottendorf brachen mit dem Vater, als der sich 1997 von ihrer Mutter trennte. ZDF-Intendant Markus Schächter nennt Wussow in seiner Rede vor den Trauernden den "Sympathieträger der erfolgreichsten deutschen Serie". Er versichert, dass ihn das Fernsehen lebendig halten werde.
Unter den Trauernden sind viele Fans des "Doktors der Nation". Bei vielen von ihnen fließen Tränen, als die beiden Kinder sich von ihrem Vater verabschieden. Unter ihnen sind die Schauspieler Volker Brandt, Christian Kohlund, Hans-Jürgen Schatz, Eva Hassmann sowie "Schwarzwaldklinik"-Produzent Wolfgang Rademann. Die Mehrheit der ehemaligen "Schwarzwaldklinik"-Kollegen fehlt.
Hinter dem Sarg verlässt die Witwe Sabine Wussow die Kirche. Sie sendet ihrem "geliebten Klausi" mit einem großen Herz roter Rosen einen letzten Gruß. Laut schluchzend wird sie von Pfarrer Fliege und der ersten Tochter des Verstorbenen, Konstanze, gestützt. Alexander und Barbara folgen in einigem Abstand. Auf dem Vorplatz säumen erneut Hunderte Berliner das kurze Stück zur Straße. Sie applaudieren, als der Sarg zu den Autos getragen wird, die Wussow zu seiner Ruhestätte auf dem Waldfriedhof in Berlin-Charlottenburg bringen. Dort wird er im engsten Familien- und Freundeskreis beigesetzt.
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