Siegburg: Häftling von Zellengenossen getötet?
zuletzt aktualisiert: 14.11.2006 - 17:32Siegburg (RPO). Drei Insassen der Justizvollzugsanstalt (JVA) Siegburg haben offenbar einen Zellengenossen getötet. Justizbeamte hatten die Leiche des 20-Jährigen am Sonntagmorgen entdeckt. Zunächst deutete alles auf Selbstmord hin. Doch nach den Obduktion gehen die Behörden davon aus, dass die Mitgefangenen ihn misshandelt und anschließend zu Tode stranguliert haben.
Das teilte ein Sprecher der Bonner Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Es bestehe der Verdacht, dass das Opfer nach massiven Misshandlungen von den drei anderen in der Gemeinschafszelle untergebrachten Gefangenen stranguliert wurde. Dies ergaben die Obduktion und erste Aussagen der Tatverdächtigen. Nähere Einzelheiten will die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilen.
In der JVA Siegburg sind überwiegend jugendliche und heranwachsende Straftäter untergebracht. Die über 100 Jahre alte Einrichtung verfügt über 650 Haftplätze. Das Opfer sollte wegen Waffendiebstahls noch eine Freiheitsstrafe bis zum März 2007 verbüßen.
Als der Gefangene gefunden wurde, gingen die Beamten zunächst von einer Selbsttötung aus. Nachdem am Körper des Getöteten allerdings eindeutige Spuren von Misshandlungen gefunden wurden, ermittelt die Polizei wegen Mordverdachts.
Die nordrhein-westfälische Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) äußerte sich bestürzt über den Fall. "Den Angehörigen des Getöteten gehört mein Mitgefühl", sagte die Ministerin in Düsseldorf. Die Staatsanwaltschaft Bonn werde den Sachverhalt lückenlos aufklären.
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