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Überraschendes Geständnis: Haftstrafen für Deutschlands größte Kokain-Schmuggler

zuletzt aktualisiert: 19.12.2003 - 16:32

Kassel (rpo). Der Schmuggel hatte ein Volumen von 1,25 Tonnen Koks und dmait umgerechnet 37 Millionen Euro. Im Prozess um den größten Kokainfund in Deutschland hat das Landgericht in Kassel nun sein Urteil gesprochen.

Nach einem überraschenden Geständnis der 35 bis 55 Jahre alten Männer aus Spanien und Kolumbien einigten sich Anklage und Verteidigung am Freitag auf das Strafmaß wegen Drogenschmuggels und -handels. Die Angeklagten sind vom Landgericht Kassel zu eineinhalb bis neuneinhalb Jahren Haft verurteilt worden.  Die Bande hatte 1,25 Tonnen Kokain im Schwarzmarktwert von 37 Millionen Euro von Kolumbien nach Deutschland eingeschmuggelt und war in Kassel aufgeflogen. Es handelte sich um den bisher größten Kokainfund in der deutschen Geschichte.

Einige der Angeklagten gehörten nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft zu einer sehr hohen Führungsebene eines südamerikanischen Drogenkartells. Bei ihnen habe es sich um Menschen aus dem Umfeld der direkten Lieferanten der Droge gehandelt. Der Prozess war nach einer Justizpanne zunächst im ersten Anlauf geplatzt, weil das Gericht für den umfangreichen Prozess nur zwei statt drei Richter eingesetzt hatte.

Weil verdeckte Fahnder dem Schmuggel von Anfang an auf der Spur waren, konnte die Drogenlieferung im Oktober 2002 in Kassel aufgedeckt werden. Bei dem Versuch, Kokain im Tonnenbereich in Europa abzusetzen, waren zwei Kolumbianer just an einen V-Mann des hessischen Landeskriminalamtes geraten. Dieser ging zum Schein auf das Geschäft ein und organisierte das Einschleusen der von Ecuador aus in einem Melonencontainer verschifften Droge über den Hamburger Hafen zu einer von der Polizei präparierten Lagerhalle in Kassel.

Als das Rauschgift von Kassel aus nach Italien und Spanien abtransportiert werden sollte, ließ die Polizei den Handel auffliegen. Drei als Handlanger beteiligte Italiener wurden bereits in einem anderen Verfahren zu bis zu sechs Jahren Haft verurteilt.

Das Gericht hat gegen die Berufung auf religiöse Gründe entschieden. Foto: RPO
Das Gericht hat gegen die Berufung auf religiöse Gründe entschieden. Foto: RPO

 
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