Am Wochenende kommt der Herbst: Hagel, Sturm und Gewitter richten Schäden an
zuletzt aktualisiert: 25.08.2011 - 12:50Berlin (RPO). Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für den Donnerstag vor kräftigen Gewittern gewarnt. Schon am Mittwoch und in der Nacht zu Donnerstag hatten Sturm, Regen und Hagel vor allem in Mittel- und Ostdeutschland für Schäden gesorgt.
Im Tagesverlauf warnt der DWD vor der Bildung weiterer Schauer und teils kräftiger Gewitter. Die Temperaturhöchstwerte liegen bei 23 bis 33 Grad. Abgesehen von stürmischen Gewitterböen wird es nur schwachwindig. In der Nacht zum Freitag soll es zu weiteren, vielfach starken bis schweren Gewittern kommen. Nach Süden und Osten hin gestaltet sich die Nacht wahrscheinlich noch ruhig, wobei es vielerorts aufklart. Die Tiefstwerte liegen zwischen 21 und 15 Grad, so der DWD.
Am Wochenende wird es Herbst. "Mit Höchsttemperaturen von etwa 20 Grad wird es schon deutlich kühler", teilte der Deutsche Wetterdienst am Donnerstag in Offenbach mit. Grund ist ein Tief, das sich über Ostfrankreich bildet und unter Verstärkung zur Nordsee zieht. Es vertreibt die schwül-heiße Luft und ersetzt sie durch mehr als zehn Grad kältere Meeresluft. Vorher wird es aber noch mal heiß.
Am Freitag ist es zunächst vielfach sonnig oder nur locker bewölkt. Im Westen kann es später Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen geben. Die Temperaturen erreichen Höchstwerte von 30 bis 34 Grad. In der Nacht zum Samstag breiten sich die kräftigen Gewitter ostwärts aus. Die Temperatur sinkt auf 17 bis 13 Grad.
Am Samstag regnet es im Osten anfangs noch. Sonst ist es wechselnd bewölkt, im Westen und Norden kommt es zu Schauern und kurzen Gewittern. Die Höchstwerte liegen zwischen 18 und 24 Grad. Am Sonntag ist es im Norden wechselnd bewölkt mit Schauern. Im Süden ist es heiter bis wolkig und meist trocken. Die Höchstwerte liegen im Norden bei bis zu 19 Grad, im Süden meist zwischen 20 und 24 Grad.
Unwetterschäden in Mitteldeutschland
Unwetter in vielen Teilen Deutschlands haben Millionenschäden angerichtet. Eine Gewitterfront fegte mit starken Regenfällen und Sturmböen am späten Abend und in der Nacht zum Donnerstag über mehrere Bundesländer hinweg. Hunderte Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr waren vor allem in Bayern, Hessen, Sachsen, Thüringen, Brandenburg und Teilen Norddeutschland pausenlos im Einsatz. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes fielen teilweise mehr als 40 Liter Regen pro Quadratmeter.
Straßen seien überflutet und Zugstrecken teilweise gesperrt worden, hieß es. Zudem mussten vielerorts umgestürzte Bäume bei Seite geräumt und vollgelaufene Keller ausgepumpt werden. Blitze setzten einige Häuser in Brand. In Quedlinburg im Harz wurden nach Polizeiangaben zwei Menschen durch Tennisball große Hagelkörner verletzt. Sie mussten mit Platzwunden am Kopf in einer Klinik ambulant behandelt werden, wie ein Sprecher sagte.
Allein in Hessen geht die Polizei davon aus, dass die Schäden in die Millionen geht. Das Unwetter am Mittwochabend stürzte Hunderte Bäume um, deckte Dutzende Häuserdächer ab und führte zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. In Mittelhessen waren am Morgen noch mehrere Landstraßen gesperrt, wie die Polizei mitteilte. Im Gießener Südkreis kippten wegen der Sturmböen Hoftore aus den Fundamenten. Ein Seniorenheim im Groß-Gerau wurde teilweise geräumt, nachdem Teile der Dachabdeckung weggerissen worden waren. 60 Bewohner mussten das Heim zeitweilig verlassen.
Bahnverkehr noch beeinträchtigt
In vielen Teilen Hessens mussten Straßen- Zugstrecken am Mittwochabend ganz oder teilweise gesperrt werden. Der Verkehr kam zeitweise zum Erliegen. Die Aufräumarbeiten bei der Bahn sollten noch den ganzen Donnerstag anhalten. Zahlreiche Äste waren in Oberleitungen gefallen oder drohten, Gleise und Leitungen zu beschädigen, wie ein Sprecher sagte. Am Morgen waren fast alle Streckensperrungen wieder aufgehoben.
In Sachsen erreichte der Sturm örtlich Stärke acht und in der Lausitz fielen mehr als 40 Liter Regen pro Quadratmeter, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Leipzig auf dapd-Anfrage mitteilte. Im sachsen-anhaltischen Wernigerode wurden innerhalb einer Stunde 31 Liter pro Quadratmeter gemessen. Ab 25 Liter pro Quadratmeter und Stunde sprechen die Meteorologen von einem Unwetter.
Im Raum Quedlinburg im Harz wurden etwa 70 Fahrzeuge von Hagelkörnern zerbeult und teilweise deren Scheiben zerstört. Auch Polizeifahrzeuge wurden durch Hagelschlag beschädigt. Die Rettungskräfte mussten auch Baugerüste und eingestürzte Baugruben sichern.
Blitze setzen Wohnhäuser in Brand
In Artern in Thüringen wurden schwere Windböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 95 Stundenkilometern gemessen. Dort fielen laut DWD 31 Liter Regen pro Quadratmeter. In Erfurt musste die Aufführung der Domstufen-Festspiele abgesagt werden.
Blitze setzen in Brandenburg mehrere Wohnhäuser in Brand. In Burgsdorf brannte in der Nacht ein Dachstuhl, wie die Feuerwehr mitteilte. Vier Bewohner mussten wegen Verdachts auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden. Auch in Massen schlug laut Polizei ein Blitz in ein dreistöckiges Wohnhaus ein. Der Dachstuhl brannte vollständig aus, verletzt wurde niemand.
Starke Regenfälle sorgten erneut für Überschwemmungen im östlichen Niedersachsen. In Heiningen im Landkreis Wolfenbüttel flutete wie bereits am Dienstag eine Schlammlawine die Ortsdurchfahrt, wie die Polizei mitteilte. Die betroffene Landstraße wurde für etwa zwei Stunden voll gesperrt.
Heftiger Regen, Blitzschlag, Hagel und Sturmböen lösten auch in Bayern Einsätzen von Polizei und Feuerwehr aus. Zahlreiche Bäume wurden umgeknickt, Überführungen und Straßen überflutet, wie die Polizei mitteilte. Vereinzelt sei es auch zu Stromausfällen gekommen.
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