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Syrer leicht verletzt
Flüchtlinge versuchen sich aus Protest zu strangulieren

Haibach/Aschaffenburg. Fünf syrische Flüchtlinge sollen sich in Haibach (Bayern) vermutlich aus Protest gegen zu lange Anerkennungsverfahren zu strangulieren versucht haben. Dabei verletzten sich die Männer im Alter von 23 bis 40 Jahren jedoch nur leicht.

Wie die Polizei Unterfranken und das Landratsamt Aschaffenburg erklärten, wurden die Männer in ein Krankenhaus gebracht und erhalten psychologische Betreuung. Vertreter des Landrastamts sowie der Gemeinde wollen am Mittwoch bei Gesprächen in der Unterkunft die Hintergründe hinterfragen, wie es weiter hieß.

Gegen 0.40 Uhr am Mittwoch habe ein Bewohner einer Halle, die derzeit als Flüchtlingsunterkunft genutzt wird, den Sicherheitsdienst informiert, dass sich die fünf Bewohner etwas antun wollten. An einer Laderampe fand der Mitarbeiter den Behörden zufolge die Männer vor, wie sie sich an einem Eisenträger mit Stoffstreifen strangulierten. Mit Hilfe einiger Umstehender habe er sie befreit und anschließend Rettungsdienst und Polizei verständigt. Die Männer wären jedoch jederzeit in der Lage gewesen, die Situation selbst zu beenden.

Gruppe will Aslyverfahren beschleunigen

Die Polizei geht davon aus, dass die Syrer mit der Aktion ihrer Forderung nach schnellerer Anerkennung Nachdruck verleihen wollten. Sie gehörten zu einer Gruppe, die seit längerem versuche, ihre Asylverfahren zu beschleunigen. Sie hätten sich deshalb bereits schriftlich an die zuständigen Behörden gewandt. Neben zahlreichen Polizisten sei auch ein Kriseninterventionsteam vor Ort gewesen, um die übrigen Bewohner nach dem Vorfall zu betreuen und die Lage zu beruhigen.

(lukra/KNA)
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