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Satire mit Schnitzel in Hakenkreuzform
Österreicher zeigt ZDF-"heute show" an

Hakenkreuz-Schnitzel: Österreicher zeigt ZDF-"heute show" an
Ein Jurastudent hat Oliver Welke und die "heute show"-Redaktion angezeigt. FOTO: dpa, bsc
Düsseldorf . Gerade ebbt die Diskussion um Jan Böhmermann und sein Schmähgedicht gegen den türkischen Staatspräsidenten Erdogan ab, da hat auch die "heute show" zwei Anzeigen am Hals. Auch diesmal geht es um Paragraf 103 – und ein braunes Schnitzel. Von Jessica Kuschnik

"Österreicher wählen eben so, wie sie es vom Schnitzel kennen: möglichst flach und schön braun" – mit diesem Text und dem dazugehörigen Bild eines Schnitzels in Hakenkreuzform hat die Redaktion der "heute show" (ZDF) um Moderator Oliver Welke den Zorn eines Jurastudenten aus Österreich auf sich gezogen. Der fand den Gag in Bezug auf Norbert Hofer, der als Kandidat der rechtspopulistischen FPÖ für die österreichische Bundespräsidentenwahl überraschend auf 35,3 Prozent kam, gar nicht lustig.

Wie die "Tiroler Tageszeitung" berichtet, soll der Student eigenen Angaben zufolge in Deutschland Anzeige wegen des Bildes erstattet haben, das die "heute show" am Montag bei Facebook gepostet hat. Mehr als 9000 Mal wurde es bisher geteilt, mehr als 33.000 Menschen haben es (Stand Donnerstagmittag) mit "gefällt mir" markiert.

Der Jurastundent Emanuel Falch soll ein ehemaliges FPÖ-Mitglied sein. Auch die Partei selbst habe eine Anzeige erwogen, erklärte FPÖ-Pressesprecher Martin Glier der "Tiroler Tageszeitung". Da Hofer aber nicht persönlich beleidigt wurde, habe die Partei davon abgesehen – zu gering seien die Erfolgsaussichten.

Norbert Hofer ist bisher nur Kandidat

Dass sieht der Student offenbar anders. Auch wenn Norbert Hofer derzeit nur einer von zwei möglichen Anwärtern auf das Amt des österreichischen Bundespräsidenten ist, meint er, dass Paragraf 103 hier greife.

Dass auch aus Deutschland eine Anzeige gegen den Post der "heute show" vorliegt, bestätigte die Staatsanwaltschaft Mainz auf Anfrage der "Hannoverschen Allgemeinen". Dort beschäftigt man sich zurzeit auch mit dem Fall Böhmermann. In beiden Fällen geht es um den umstrittenen Paragrafen 103: Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhauptes. 

Um diesen ist seit Böhmermanns Schmähgedicht ein Streit entbrannt. Die SPD möchte ihn schnellstmöglich abschaffen, Bundeskanzlerin Angela Merkel im Prinzip auch – konkret aber nicht vor 2018. 

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