| 12.55 Uhr

Airport blieb zeitweise gesperrt
Asylbewerber nach Flughafen-Chaos in Hamburg weiter flüchtig

Fotos: Hamburger Flughafen musste gesperrt werden
Fotos: Hamburger Flughafen musste gesperrt werden FOTO: dpa
Hamburg. Zwei ausreisepflichtige Asylbewerber haben in Hamburg die Sperrung des gesamten Flughafens verursacht. Einer der beiden Männer ist weiter auf der Flucht.  Von Olivia Konieczny

Das bestätigte die Hamburger Ausländerbehörde am Freitag dem Norddeutschen Rundfunk (NDR). Dem Bericht zufolge handelt es sich um einen 22 Jahre alten Albaner. Er war am Donnerstagabend aus dem Ausreisegewahrsam am Airport geflohen. Der zweite Mann, ein Algerier, sei noch auf dem Gelände des Abschiebezentrums am Sicherheitszaun von Wachleuten überwältigt worden. Zunächst hatten Medien übereinstimmend berichtet, beide Männer seien über den Sicherheitszaun des Airports auf die Rollbahn gelangt.

Die Wachleute des Abschiebezentrums schlugen gegen 19 Uhr Alarm. Wie der NDR am Freitag unter Berufung auf einen Sprecher der Ausländerbehörde berichtete, sei zu diesem Zeitpunkt nicht auszuschließen gewesen, dass der geflohene Mann auf dem Flughafen-Vorfeld unterwegs war. Deshalb sei aus Sicherheitsgründen der Airport informiert und der Flugverkehr daraufhin gestoppt worden.

Ein Sprecher der Bundespolizei bestätigte unserer Redaktion, die Bundespolizei sei verständigt worden, weil sich "möglicherweise eine Person unberechtigt auf dem Rollfeld aufhalten könnte". Daraufhin suchte die Polizei das Flughafengelände ab. Die Feuerwehr leuchtete die Start- und Landebahnen aus. "Wir haben keine Feststellung getroffen", sagte der Polizeisprecher. 

Hunderte Passagiere betroffen

Aus Sicherheitsgründen wurde der Flugbetrieb komplett eingestellt, der Flughafen blieb rund 80 Minuten bis 21.35 Uhr gesperrt. Hunderte Passagiere waren betroffen: Startbereite Maschinen durften die Terminals nicht verlassen, andere Flugzeuge wurden laut NDR umgeleitet. Betroffen war auch eine Maschine der Eurowings aus Düsseldorf, wie eine Sprecherin der Airline unserer Redaktion bestätigte. Der Flug war um 19.38 Uhr nach Hamburg gestartet. Das Flugzeug musste wegen der Sperrung zwei Stunden lang Warteschleifen über Lübeck drehen. Schließlich landete die Maschine in Hannover, wie die Sprecherin sagte.

Verwirrung über die genauen Umstände

Mehrere Hamburger Medien hatten daraufhin berichtet, die beiden Männer seien auf das Rollfeld gelaufen. Eine Sprecherin den Hamburger Flughafens hatte diese Darstellung gegenüber unserer Redaktion am Freitagmorgen nicht kommentiert. Auch die Bundespolizei, die für die Sicherheit auf dem Flughafengelände zuständig ist, äußerte sich nicht genauer dazu. Ein Sprecher verwies darauf, dass der Außenzaun des Airports in den Zuständigkeitsbereich der Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation falle. 

Das bundesweit erste Ausreisegewahrsam am Hamburger Flughafen war vor einem Jahr eröffnet worden. Laut NDR handelt es sich um ein bewachtes Rückführungszentrum für ausreisepflichtige Asylbewerber, die gegen das Dublin-Abkommen verstoßen haben. So sollte der gefasste Algerier dem NDR zufolge zurück nach Österreich gebracht werden, von wo aus er eingereist war. In dem Zentrum seien bislang rund 80 abgelehnte Asylbewerber untergebracht worden.

Mit Material der dpa.

 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Hamburg: Asylbewerber nach Flughafen-Chaos weiter auf der Flucht


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.