Finanznot: Hamburg will Operettenhaus verkaufen
zuletzt aktualisiert: 05.08.2010 - 13:42Hamburg (RPO). Aus Geldnot will die Stadt Hamburg ihr Operettenhaus in bester Lage an der Reeperbahn verkaufen. Ein Sprecher der Finanzbehörde bestätigte am Donnerstag entsprechende Pläne.
Als Käufer für 7,1 Millionen Euro ist laut "Hamburger Abendblatt" der Musicalveranstalter Stage Entertainment vorgesehen, der das Haus zur Zeit gemietet hat. Die Behörde wollte das nicht kommentieren.
Das städtischen Hamburger Operettenhaus mit etwa 1.400 Plätzen gilt als Keimzelle des Musicalbooms in Deutschland. Ab 1986 wurde dort das Musical Cats gezeigt, das 15 Jahre in dem Haus lief und zahlreiche andere Musicalprojekte in ganz Deutschland nach sich zog. Allein in Hamburg wurden wegen des Erfolgs zwei weitere Musicaltheater gebaut. Im Operettenhaus läuft seit 2007 das Udo-Jürgens-Musical "Ich war noch niemals in New York".
Lokalpolitiker von SPD und Grünen protestierten im "Abendblatt" gegen die Verkaufspläne. Die Stadt würde so Gestaltungsmöglichkeiten an einem zentralen Ort verlieren, wie es hieß. Hamburg ist hoch verschuldet und hat in den letzten Jahren immer wieder Tafelsilber verkauft, etwa alle Anteile an den städtischen Strom- und Gasversorgern oder Immobilien in Toplagen.
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