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Innenminister rät zu Notvorrat
Einkaufszettel für den Katastrophenfall

Wie man sich auf den Ernstfall vorbereitet
Wie man sich auf den Ernstfall vorbereitet FOTO: Christoph Reichwein
Düsseldorf. Im Kalten Krieg war der Vorratskauf Bestandteil des Katastrophenschutzes. Diese Zeiten schienen lange vorbei zu sein. Nun rät die Bundesregierung wieder zu einem Notvorrat. Wir haben für Sie eine Einkaufsliste mit Nahrungsmitteln für den Notfall erstellt. Von Franziska Hein

Ob Schneechaos, Überschwemmung oder ein länger anhaltender Stromausfall: Vorräte im Haus zu haben, ist kein neuer Ratschlag im Katastrophenschutz. Zuletzt riet die Bundesregierung zu Zeiten des Kalten Kriegs der Bevölkerung für den Krisenfall vorzusorgen. Deutschland war ein zentraler Schauplatz des Ost-West-Konflikts. Nato-Truppen und Rote Armee wären im Kriegsfall wahrscheinlich mitten in Deutschland aufeinander getroffen.

Gutes Wasser für fünf Tage

Am Mittwoch möchte Bundesinnenminister Thomas de Maizière im Kabinett nun ein überarbeitetes Konzept zur zivilen Verteidigung vorstellen. In Auftrag gegeben wurde es bereits 2012. Es ist ein alter Plan zur zivilen Selbstversorgung, der an die modernen Bedrohungen durch Terror und Klimakatastrophen angepasst wurde. Die Bevölkerung soll im Fall eines Angriffs auf die Bundesrepublik oder einer großen Katastrophe in der Lage sein, sich einige Tage selbst zu versorgen. 

Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet, werden die Bürger in dem Plan der Bundesregierung unter anderem aufgerufen, "einen individuellen Vorrat an Lebensmitteln von zehn Tagen" und für einen Zeitraum von fünf Tagen Wasser einzulagern.

Im Folgenden finden Sie unseren Vorschlag für eine Einkaufsliste mit haltbaren Lebensmitteln, die an die Empfehlung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe angelehnt ist: 

  • Mineralwasser: Das Bundesamt empfiehlt rund zwei Liter pro Tag und Person. Für fünf Tage macht das etwas mehr als einen Träger Wasser mit sechs 1,5-Liter-Flaschen. Für 14 Tage muss man schon mindestens drei Wasserträger anschaffen. Zusätzlich sollte man Wasser zum Kochen einplanen, falls die Trinkwasserversorgung nicht funktioniert. 
  • Obstsäfte im Tetra-Pack oder in der Glasflasche
  • Grundnahrungsmittel wie Nudeln, Reis und Kartoffeln. Für 14 Tage empfiehlt das Bundesamt insgesamt 4,9 Kilogramm pro Person. Das entspricht einem Nährwert von etwa 2200 Kilokalorien pro Tag. 
  • Knäckebrot, Zwieback oder eingeschweißtes Brot
  • Mehl
  • Zucker
  • Erbsen und Möhren, Bohnen, Mais und Tomaten in Glas- oder Metallkonserven 
  • Pfirsiche, Aprikosen oder Kirschen aus der Dose
  • Frisches Obst: Äpfel und Nüsse lassen sich gut lagern
  • Eier
  • H-Milch und H-Sahne
  • Soja-Pudding
  • Tiefkühlspinat
  • Honig, Marmelade
  • Knäckebrot
  • Brühe
  • Mayonnaise, Ketchup, Senf
  • Dosensuppen
  • eingeschweißte Gnocchi oder Ravioli
  • Sonnenblumenöl und Olivenöl
  • Margarine
  • Essig
  • Wein und Bier
  • Kaffee und Tee (auch Instant-Produkte)
  • Müsli/ Müsli-Riegel
  • Fischkonserven: Thunfisch, Heringsfilet, Makrele
  • Cabanossi in Plastik verpackt
  • Streichhölzer
  • Teelichter
  • Batterien
  • Klopapier und Küchenrolle
  • Müllbeutel
  • Seife
  • Waschmittel 
  • Zahnpaste und Zahnbürste
  • Desinfektionsmittel
  • Vitamintabletten

Zu beachten sind insbesondere bei frischen Lebensmitteln Haltbarkeit und Lagerung. Für fast alle oben aufgeführten Nahrungsmittel gilt, dass sie dunkel und kühl gelagert werden sollten. Äpfel und Birnen eignen sich besonders für die Lagerung, im Sommer auch Melonen. Äpfel und Birnen sollten am besten weich gebettet werden, etwa auf Zeitungspapier. Um Druckstellen zu vermeiden, sollten sich die Früchte nicht berühren.

"Während Äpfel dunkel und kühl gelagert werden sollten, müssen Nüsse ziemlich trocken gelagert werden", empfiehlt Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Neben Kartoffeln, Nudeln und Reis kann man auch Hülsenfrüchte wie Hirse, Linsen und Quinoa verwenden. Abgepackt haben diese eine Haltbarkeit bis zu einem Jahr. 

Eier halten 28 Tage plus zwei Wochen

Eier sind lange haltbar, wenn man sie kühl und an einem dunklen Ort lagert. "Sie müssen nicht unbedingt im Kühlschrank stehen", sagt Gahl. "28 Tage nach dem Legen läuft das Mindesthaltbarkeitsdatum ab. Danach sind Eier noch zwei Wochen essbar." Gekochte Eier halten sich eine Woche. Wer bei rohen Eiern unsicher ist, kann ein Ei in ein Glas mit kaltem Wasser legen. Sinkt es nach unten, ist es frisch. Schwimmt es an der Oberfläche ist es älter. Die Luftkammer im Ei wird größer, je älter das Ei ist. 

Tiefgekühlte Lebensmittel zählen auch zum Notvorrat, schreibt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz in seiner Empfehlung zum Lebensmittelvorrat. "Sie lassen sich auch bei einem Stromausfall problemlos verbrauchen." Man muss nur darauf achten, Tiefkühlprodukte nach dem Auftauen schnell zu verzehren. "Fleisch und Fisch halten sich nur zwei bis drei Tage", sagt Expertin von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. "Gemüse und Obst bis zu sieben Tagen." Eingefrorenes Gemüse und Obst hat mehr Nährstoffe als Konservenfrüchte. Tiefkühlspinat ist dafür ein gutes Beispiel. Allerdings müssen Verbraucher keine Angst haben bei mehreren Tagen ohne frisches Gemüse und Obst einen Mangel zu bekommen. "Auch wenn man sich zwei Wochen von Dosenobst ernährt, hat man nicht direkt Mangelerscheinungen, selbst wenn man mit 50 Prozent des empfohlenen Vitaminbedarfs auskommen muss", sagt Gahl. 

Eine Alternative zu frischem Fleisch und Fisch können Fischkonserven sein. "Man kann sie gut lagern und sie sind sehr nahrhaft", sagt Gahl. "Wenn sie in Öl liegen, nimmt man viele Kalorien zu sich, was im Notfall gut ist."

Welche Gegenstände bei einem Stromausfall nützlich sind

(heif)
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