Tödliche Fehler beim U-Bahn-Bau: Hatte Stadt Köln doch die Aufsicht?
zuletzt aktualisiert: 04.05.2009 - 14:16Köln (RPO). In die Suche nach den Verantwortlichen für die Katastrophe am Historischen Stadtarchiv in Köln kommt offenbar neue Bewegung. Einer TV-Dokumentation zufolge hatte doch die Stadt Köln die Aufsicht über den U-Bahn-Bau. Dies wurde bisher bestritten.
Das berichtet die WDR-Dokumentation "Von Trümmern und Täuschungen" (WDR-Fernsehen, Montag, 22.00 Uhr). Die Baumaßnahme gilt als Ursache für den Einsturz des Historischen Archivs, bei am 3. März zwei junge Männer ums Leben kamen.
Die Stadt hatte bisher jegliche Verantwortung für den U-Bahn-Bau und das Unglück von sich gewiesen. Offiziell hieß es bislang, die Kölner-Verkehrs-Betriebe-AG (KVB) habe die Verantwortung für die Bauüberwachung und Planung von der Stadt Köln vertraglich übernommen. An der Richtigkeit dieser Darstellung bestehen nach WDR-Angaben nun erhebliche Zweifel.
In einem dem Sender vorliegenden internen Vertrag aus dem Jahr 2002 wurde vereinbart, dass Bauüberwachung und Planung übergangsweise weiter von der Stadt Köln wahrgenommen werden. Nach Kenntnis des WDR wurde der Vertrag nie formell ordnungsgemäß geändert. Die Stadt teilte hierzu auf WDR-Anfrage mit, die KVB habe diese Aufgaben mit eigenem Personal wahrgenommen.
Inzwischen hat die Bezirksregierung Düsseldorf als zuständige technische Aufsichtsbehörde die Bauüberwachung auf eine private Ingenieurgesellschaft aus Düsseldorf übertragen. Der entstandene Gesamtschaden wird von der Behörde derzeit auf 1,2 Milliarden Euro geschätzt. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt wegen fahrlässiger Tötung, Körperverletzung und Baugefährdung gegen Unbekannt.








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