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Dramatische Szenen in Bankfiliale
Aggressive Wildschweine greifen Menschen an

Wildschweine verletzen Passanten in Heide
Wildschweine verletzen Passanten in Heide FOTO: dpa, bra htf
Heide. In der Innenstadt von Heide haben zwei wildgewordene Wildschweine am Freitag Menschen angegriffen und verletzt. Besonders in der Sparkasse spielten sich dramatische Szenen ab, nachdem dort ein Keiler hineingelangt war. 

Die zwei wütenden Wildschweine sind am Freitag urplötzlich mitten in der Innenstadt der schleswig-holsteinischen Stadt aufgetaucht und haben bei ihren Angriffen vier Menschen verletzt. 

Kunden und Mitarbeiter der Bank versuchten, sich in Sicherheit zu bringen. Der Filialleiter erlitt laut offiziellen Angaben Verletzungen an den Beinen. Wie eine Polizeisprecherin sagte, wurde schließlich eines der Wildschweine erschossen. "Der erste Schuss hat gesessen", sagte Bürgermeister Ulf Stecher (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Stecher war als Augenzeuge dabei, als ein alarmierter Jäger das Tier tötete.

Bevölkerung sollte Innenstadt meiden

Die Polizei hatte Heides Bevölkerung am Morgen notgedrungen aufgerufen, die Innenstadt zu meiden und Gebäude nicht zu verlassen, nachdem die Wildschweine aufgetaucht waren. Die ausgewachsenen Tiere liefen den Angaben zufolge ab etwa 9 Uhr durch die Kreisstadt.

Überwachungskamera zeigt aggressives Wildschwein

Jagdszenen in Heide: Zwei Wildschweine versetzen die Innenstadt in Angst und Schrecken. Die Überwachungskamera eines Optikers filmt eines davon.

Posted by NDR 2 on Freitag, 20. Oktober 2017

Nach dem Todesschuss hatte das zweite Wildschwein am Mittag das Stadtgebiet verlassen, so dass die Polizei Entwarnung gab.

"Nach derzeitigen Erkenntnissen haben die aufgebrachten Tiere auf ihrem Weg durch die Straßen und in der Filiale der Sparkasse am Markt bereits mehrere Personen angegriffen und verletzt", hieß es in der ersten Mitteilung am Morgen. Polizei und Jäger versuchten, die Schweine außer Gefecht zu setzen. Die Fußgängerzone wurde abgesperrt.

Mitarbeiter durch Drehleitern aus Gebäude geholt

Angesichts der zugespitzten Lage in der Sparkasse wurden Mitarbeiter und Kunden laut Polizei über Fenster und Drehleitern aus dem Gebäude geholt. Das Wildschwein in der Sparkasse lief nach den Schilderungen des Bürgermeisters zwischen Kassenraum und Eingangsbereich hin und her, bevor es unter einen der drei Streifenwagen kroch, mit dem die Polizei den Eingang verbarrikadiert hatte. Da die Polizei laut Bürgermeister Stecher keine passende Waffe zur Hand hatte, sei ein Jäger beauftragt worden.

Zuvor war der Keiler durch eine Automatik-Glastür in ein Optikergeschäft am Markt eingedrungen. Das Wildschwein verletzte dort eine Seniorin und richtete in dem Geschäft erheblichen Schaden an.
Eine Videoaufnahme zeigt, wie sich Menschen in dem Laden vor dem Tier in Sicherheit bringen.

Im Anschluss lief der etwa zwei Jahre alte Keiler den Angaben der Polizei zufolge zur Sparkasse und griff dabei eine Passantin an. "Das war eine ganz außergewöhnliche Situation, sagte Bürgermeister Stecher.

Die Gegend sei nicht gerade dafür bekannt, dass dort Schwarzwild sein Unwesen treibt. "Ich hätte niemals gedacht, dass wir einmal eine solche Gefahrenlage haben würden", sagte Stecher.

(ate/das/dpa/afp)
 
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