Gerichtsprozess im Fall Brunner: Herzstillstand durch die Prügel-Attacke
zuletzt aktualisiert: 17.07.2010 - 14:29München (RPO). Die mutmaßlichen S-Bahn-Mörder Markus S. und Sebastian L. haben nach Ansicht der Staatsanwaltschaft den Tod Dominik Brunners zu verantworten, auch wenn der Manager letztlich einem Herzversagen erlag. Der 50-Jährige hatte an einer Herzerkrankung gelitten.
"Sein Herz blieb infolge der Tritte und Schläge durch die Angeklagten stehen", sagte Oberstaatsanwältin Barbara Stockinger am Samstag. Sie bestätigte, dass der 50-Jährige einen vergrößerten Herzmuskel gehabt habe. Weitere Einzelheiten gab die Strafverfolgerin nicht bekannt und verwies auf die Aussage des Rechtsmediziners, der voraussichtlich übernächste Woche vor dem Landgericht München aussagen wird. "Für uns ist der Stand unverändert", betonte Stockinger.
Zuvor hatten mehrere medien berichtet, dass Dominik Brunner an einem Herzfehler gelitten hatte und nach der Prügelattacke am S-Bahnhof München-Solln an einem Herzstillstand gestorben. Das Ergebnis der Obduktion wird erst in den kommenden Prozesstagen erörtert, wenn die Rechtsmedizin ihr Gutachten erstattet.
Dominik Brunner war nach einer Prügelattacke am Münchner S-Bahnhof Solln gestorben. Er hatte sich vor vier Kinder gestellt, die von zwei Jugendlichen bedroht und erpresst wurden. Dabei kam es zu einer Prügelei Brunners mit den beiden Jugendlichen, die nun wegen Mordes angeklagt sind.
Mehrere Zeugen schildern im Mord-Prozess gegen Markus S., 19, und Sebastian L., 18, die Symptome eines Herztodes. So sei Brunner zunächst noch einmal aufgestanden, dann plötzlich wieder zusammengesackt und grau bis blau angelaufen.
Derzeit findet vor der Jugendkammer des Landgerichtes München I der Prozess gegen die beiden mutmaßlichen Schläger Markus S. und Sebastian L. statt. Sie sollen Brunner 22 schwere Verletzungen zugefügt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, Dominik Brunner am 12. September 2009 getötet zu haben.
Die Anklage lautet auf Mord, weil die Staatsanwaltschaft davon ausgeht, dass sich Markus S. und Sebastian L. mit ihrer Attacke für seine Einmischung rächen wollten. Brunner hatte sich schützend vor vier Schüler gestellt, die von den beiden Angeklagten vorher bedroht worden sein sollen.
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