Der Winter gibt nicht auf: Heute kommt der Dauerfrost
zuletzt aktualisiert: 17.02.2009 - 16:30Frankfurt/Main (RPO). Schnee-Chaos auf vielen Straßen und neue Kälte: Der Februar macht dieses Jahr seinem Ruf als Eis- und Schneemonat alle Ehre. Wetter-Experten erwarten Dauerfrost. Der Schnee führte am Dienstag in weiten Teilen Deutschlands und der Schweiz zu Hunderten Unfällen.
Der Deutsche Wetterdienst warnte vor weiteren heftigen Schneefällen von 20 bis 40 Zentimetern in zwölf Stunden. Spätestens am Mittwoch sollte nach der DWD-Vorhersage ein erneuter Kälteeinbruch auch im bisher milderen Westen und Norden bis in die Niederungen Schnee bringen. Für die Nacht zum Mittwoch wurde durchgängig Frost zwischen minus fünf und minus zwölf Grad, am Alpenrand örtlich sogar bis minus 20 Grad erwartet.
Hoch "Heike" schickt Kaltluft
Verantwortlich für die heftigen Niederschläge und den Temperatursturz ist laut DWD das von Nord nach Süd hinwegziehende Tief "Ture", das Platz macht für arktische Kaltluft, die von dem über Schweden und Finnland liegenden Hoch "Heike" nach Deutschland geschickt wird.
Am Mittwoch fast überall Dauerfrost
Am Mittwoch gibt es laut DWD bis auf den Nordwesten fast überall in Deutschland Dauerfrost. Ab Freitag soll sich im Nordwesten wieder Schmuddelwetter einstellen. Die feuchte und mildere Luft drängt im Laufe des Wochenendes auch in den Osten und Süden Deutschlands. Ob sie dort tatsächlich die Kaltluft verdrängen kann, ist nach der Vorhersage aber noch nicht sicher.
Am Dienstagmorgen gab es im Rheinland noch Temperaturen um sechs Grad. Im Nordosten war dagegen schon Kaltluft eingeströmt, die Temperaturen sanken auf minus 15 Grad. Für den Industriehafen Berndshof bei Ueckermünde musste laut Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund ein Eisbrecher geordert werden, um den Verkehr auf dem zugefrorenen Haff aufrechtzuerhalten. Südlich von Rügen fiel mit bis zu zehn Zentimetern auch reichlich Schnee, sagte Norbert Bonanati.
Unfälle nach Neuschnee
In Berlin waren es bis zum Morgen sechs bis sieben Zentimeter, in der Lausitz in Sachsen 18 Zentimeter. Rund 15 Zentimeter fielen in der Rhön, im Thüringer Wald, aber auch auf der Schwäbischen Alb und im Schwarzwald. Im Bayerischen Wald und im Erzgebirge waren es 20 Zentimeter, in den Alpen auch 25 Zentimeter.
Wegen schwieriger Verkehrsverhältnisse in Berlin sagten die Bundesvorsitzenden von SPD und FDP, Franz Müntefering und Guido Westerwelle, einen Termin in Frankfurt am Main ab. Dichtes Schneetreiben behinderte auch den Flugbetrieb auf dem Flughafen München stark. Bis zum frühen Nachmittag wurden 62 Flüge gestrichen, 90 Maschinen hatten mehr als eine Stunde Verspätung.
Im bayerischen Landkreis Mühldorf am Inn starb am Dienstag auf einer schneeglatten Bundesstraße ein Fahrer beim Zusammenstoß zweier Kleinlastwagen. Der andere Fahrer wurde schwer verletzt. Beim Frontalzusammenstoß eines Autos mit einem Linienbus im schwäbischen Landkreis Günzburg kam am Montagabend der 25-jährige Autofahrer ums Leben.
Allein im bayerischen Regierungsbezirk Mittelfranken ereigneten sich laut Polizei bis zum Vormittag 180 Unfälle, in den oberfränkischen Landkreisen Bamberg und Coburg waren es 40. In Baden-Württemberg gab es nach der Verkehrsunfallstatistik des Innenministeriums 195 Unfälle mit 34 Verletzten und einem Gesamtsachschaden von rund einer halben Million Euro. In Mecklenburg-Vorpommern krachte es bei rund 40 wetterbedingten Unfällen, unter den Polizeidirektionen ergab. In der Schweiz gab es mehr als 100 Unfälle mit mehreren Verletzten.
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