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Militärischer Abschirmdienst ermittelt
Hinweise auf rechtes Netzwerk an Bundeswehr-Universität

Hinweise auf rechtes Netzwerk an Bundeswehr-Universität
Der MAD prüft derzeit 284 rechtsextreme Verdachtsfälle. FOTO: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
München. Zwischen einigen Studenten und Absolventen der Bundeswehr-Universität in München und Mitgliedern der sogenannten Identitären Bewegung gibt es offenbar Verbindungen. Der Militärgeheimdienst überprüft derzeit vier Verdachtsfälle auf Rechtsextremismus.

An der Bundeswehr-Universität in München gibt es einem Pressebericht zufolge womöglich seit Jahren ein rechtsextremes Netzwerk. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet unter Berufung auf eigene Recherchen, es gebe zahlreiche Verbindungen zwischen Studenten und Absolventen der Universität zur rechtsextremen sogenannten Identitären Verbindung, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

Unter Berufung auf den Verteidigungsausschuss des Bundestages heißt es weiter, derzeit überprüfe der Militärische Abschirmdienst (MAD) vier Studenten der Bundeswehr-Universität wegen des Verdachts auf Rechtsextremismus.

Der Nachrichtendienst muss unter anderem ermitteln, ob die Studenten auch Kontakt hatten zum terrorverdächtigen Oberleutnant Franco A. oder zu seinem mutmaßlichen Komplizen Maximilian T., der an der Bundeswehr-Universität studierte. Die beiden Soldaten werden verdächtigt, einen Anschlag geplant zu haben und diesen Flüchtlingen in die Schuhe schieben zu wollen. Insgesamt überprüft der MAD derzeit 284 Rechtsextremismus-Verdachtsfälle in der Bundeswehr, darunter elf Studenten. Laut "Süddeutscher Zeitung" wollten sich weder die Hochschule noch der MAD zu den Vorwürfen äußern.

Die ursprünglich aus Frankreich stammende "Identitäre Bewegung" ist seit 2012 auch in Deutschland aktiv. Die Gruppe macht gegen eine "Masseneinwanderung" und eine "Islamisierung Europas" mobil. Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte im August erklärt, dass es die Gruppierung mit etwa 300 Mitgliedern beobachte.

(th/AFP)
 
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