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Unwetter über Deutschland
Hitze, Blitze und Regen sorgen für Chaos

Fotos: Unwetter über Deutschland
Fotos: Unwetter über Deutschland FOTO: dpa, bsc
Hamburg. Ein Unwetter über Hamburg hat fast 140 Reisenden eine Nacht auf Feldbetten im Flughafen beschert. In Sachsen-Anhalt kam es zu Überschwemmungen. In Thüringen entgleiste ein Regionalzug wegen Geröll- und Schlammlawinen.

Am Hamburger Flughafen Fuhlsbüttel mussten 140 Flugreisende eine Nacht auf Feldbetten verbringen. Der Grund: heftige Gewitter. "15 Abflüge und 14 Ankünfte von Maschinen mussten gestrichen werden", sagte Flughafensprecherin Stefanie Harder am Samstagmorgen. Von den am Freitagabend gestrichenen Abflügen waren demnach rund 1500 Passagiere betroffen, die meisten seien aber wieder nach Hause gegangen oder hätten in Hotels übernachtet, sagte Harder.

Zeitweise mussten Passagiere während des Gewitters auch in gerade gelandeten Maschinen ausharren. "Wenn wir Blitzwarnungen haben, dürfen unsere Mitarbeiter nicht aufs Rollfeld und weiter abfertigen und die Fluggäste dürfen auch nicht aussteigen. Das ist zu gefährlich", sagte Harder.

Die Stimmung unter den im Terminal gestrandeten Passagieren sei ruhig gewesen, beschrieb Harder die Situation am Abend. "Jeder hat verstanden, warum es nicht weitergeht. Viele waren auch positiv überrascht, dass sie mit Feldbetten, Decken, Essen und Trinken versorgt wurden - der einzelne Reisende war aber bestimmt nicht begeistert."

Autobahn von Starkregen überspült

In Sachsen-Anhalt hat ein Unwetter in der Nacht von Freitag auf Samstag zu Überschwemmungen geführt. Wie die Polizeistellen mitteilten, wurde die Autobahn 38 bei Querfurt durch den Starkregen überspült. Wegen Schotter auf der Fahrbahn in Richtung Leipzig gab es eine Vollsperrung. Die Fahrbahn wird seit dem Morgen gereinigt. Danach soll sie wieder befahrbar sein.

Auf der A14 bei Bernburg gelangte Schlamm auf die Fahrbahn. Zudem drückte der Regen im Magdeburger Raum einige Gullydeckel hoch und Bäume stürzten um.

Nach Angaben der Deutschen Bahn wurden am Freitagabend außerdem die Bahngleise auf der Strecke zwischen Naumburg und Nebra unterspült.
Der Zugverkehr zwischen Karsdorf und Nebra ist bis auf weiteres unterbrochen. Die Bahn richtet einen Ersatzverkehr mit Bussen ein - die Aufräumarbeiten dauern demnach voraussichtlich bis zum Samstagabend. Menschen wurden laut Polizei bei dem Unwetter in Sachsen-Anhalt nicht verletzt.

Kran soll Regionalzug bergen

In Ostthüringen war am Freitagabend ein Regionalzug bei Stadtroda entgleist. Die Bergung soll am Samstagnachmittag beginnen. Ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte, ein Kran werde voraussichtlich um 14 Uhr an der Unfallstelle sein. Wann die Strecke wieder befahrbar sein soll, war am Morgen noch ungewiss.

Der Regionalzug war am Freitagabend in eine Geröll- und Schlammlawine gefahren. Teile des Triebzuges sprangen aus den Gleisen. Sieben Menschen wurden leicht verletzt. Die Lawine war nach Angaben der Bahn bei einem Unwetter auf die Strecke gerutscht.

Der Regionalexpress RE 1 war von Glauchau (Sachsen) nach Göttingen (Niedersachsen) unterwegs. Der Unfall ereignete sich nach Angaben der Bahn um 19.29 Uhr zwischen Papiermühle und Stadtroda. Der Zug habe nicht rechtzeitig bremsen können. Der Verkehr auf der Bahnstrecke Hermsdorf-Klosterlausitz-Göschwitz wurde unterbrochen. Dort wurde am Samstagmorgen der Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

(dpa)
 
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