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Feuerwehr im Einsatz
Hochgiftige Kobra lässt sich nicht fangen

Düsseldorf/Mülheim (RPO). Die Suche nach der am Donnerstag in Mülheim/Ruhr entwichenen Kobra ist am Freitag fortgesetzt worden. Trotz Großeinsatzes gelang es der Feuerwehr bislang nicht, das hochgiftige Tier aufzuspüren, wie ein Mitarbeiter der Mülheimer Feuerwehr sagte. Von Daniel Gehrmann

Die hochgiftige Monokel-Kobra hält seit der Nacht zu Donnerstag Stadt und Feuerwehr in Mülheim in Atem. Nach Medienberichten hatte der 19-jährige Kevin O. das Reptil vor wenigen Tagen auf einer Messe gekauft. Am Donnerstagabend alarmierte er die Feuerwehr, nachdem die Schlange durch eine Öffnung im Terrarium entkommen war.

Seit Donnerstagnacht ein Uhr sind auch Reptilienexperten der Düsseldorfer Feuerwehr beratend und unterstützend im Einsatz. Die Düsseldorfer haben sechs Fachmänner in ihren Reihen, darunter der 32 Jahre alte Oberbrandmeister Torben Rankl, der Donnerstag als erster eintraf. Gegen 9.30 Uhr wurde er von seinem Kollegen, Brandmeister Sebastian Schreiner (28), abgelöst, der mit der Mülheimer Feuerwehr das Haus komplett absuchte.

Alle Möbel wurden aus der Wohnung des Schlangenbesitzers getragen, sogar die Holzböden herausgerissen. Trotzdem endete die Suche am Donnerstagabend ergebnislos. Seit Freitagmorgen 8 Uhr ist Rankl wieder im Einsatz. "Zuständig ist die Stadt Mülheim", stellt der Pressesprecher der Düsseldorfer Feuerwehr Hans-Jochen Hermes klar. Sie konzentriert die Suche nach Informationen von Hermes bisher auf das Haus. Die Mülheimer müssen auch entscheiden, wie es weitergeht, wenn die Schlange nicht im Haus gefunden wird.

Wenn die Schlangensucher durch das Haus gehen, tragen sie die normale Schutzkleidung für Brandeinsätze. "Jeder hat seine eigene Spezialausrüstung dabei", erläutert Hermes: Sechs Schlangenhaken unterschiedlicher Größe, mit denen sich die Monokel-Kobra in Schach halten lässt, eine Giftschlangengreifzange und zwei unterschiedlich große Transportboxen. Äußerste Vorsicht ist geboten: "Der Biss der Schlange kann einen Menschen schon nach wenigen Stunden oder innerhalb von 24 Stunden töten", berichtet Hermes. Das Gift des Reptils lähmt die Atmung.

Wie die Monokel-Kobra reagiert, wenn sie gefunden wird, weiß niemand. "Die Schlange wird Stress haben", meint Hermes, "weil der Lärmpegel derzeit durch die Suche sehr hoch ist." Sicherheitshalber stehen permanent ein Notarzt und ein Rettungswagen vor der Tür des Hauses, in dem die Schlange entkommen ist. "Wir haben uns extra vom Aquazoo ein Gegengift besorgt", sagt Hermes: "Es liegt im Rettungswagen bereit."

Oberbrandmeister Michael Harzbecker (38) ist Leiter der sechsköpfigen Reptiliengruppe der Düsseldorfer, die er aufgebaut hat. Harzbecker hält seit 20 Jahren selbst Reptilien und hat praktisch alle Prüfungen abgelegt, die es in diesem Bereich gibt. Auch die von ihm ausgebildeten Kollegen haben das nötige Fachwissen.

(DDP/RPO)
 
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