Tauwetter: Hochwaser erreicht Passauer Altstadt
zuletzt aktualisiert: 29.03.2006 - 18:34München/Köln (rpo). Tauwetter und andauernde Niederschläge haben die Pegelstände der Flüsse im Süden und Westen der Republik wieder kräftig ansteigen lassen. In der Drei-Flüsse-Stadt Passau war die Donau über die Ufer getreten. Inzwischen fielen die Pegel wieder unter den Höchststand von 8,90 Meter. Doch in Teilen Baden-Württembergs und Bayerns könnte sich die Lage verschärfen, da die Meteorologen Dauerregen erwarten.
In Passau mussten mehrere Straßen in Ufernähe und der in der Vergangenheit regelmäßig von Hochwasser heimgesuchten Altstadt gesperrt werden. Geschäftsleute sicherten ihre Türen und Fenster mit Sandsäcken und räumten ihre Läden aus.
Bei Offenberg im benachbarten Landkreis Deggendorf musste die Feuerwehr eine junge Familie mit Kind aus einem Auto befreien, dass auf einer überfluteten Landstraße in den Wassermassen stecken geblieben war. Im Schwarzwald, Bayern und Sachsen traten einige Flüsse über die Ufer.
In Dresden stieg der Elbpegel kontinuierlich an, Teile des Uferbereiches blieben überschwemmt. Für Freitagabend werde mit einem Wasserstand von 7,55 Metern gerechnet, sagte der Präsident des sächsischen Landesamtes für Umwelt und Geologie, Hartmut Biele. Es sei aber unwahrscheinlich, dass der Pegel die Acht-Meter-Marke überschreite. Bei der Hochwasserkatastrophe 2002 hatte der Fluss einen Höchststand von 9,40 Meter erreicht.
Evakuierungen in Prag
Auch in Tschechien verursachten Regenfälle und Schneeschmelze Hochwasser. Am Moldauufer in Prag türmten mehrere hundert Freiwillige Sandsäcke auf. Im Vorort Zbraslav mussten die ersten fünf Wohnhäuser evakuiert werden. In weiteren 105 Gebäuden wurde die Räumung vorbereitet. Die Scheitelwelle des Moldau-Hochwassers wurde am (morgigen) Donnerstag erwartet. In Bonov, 120 Kilometer südöstlich von Prag, ertrank am Dienstag ein fünfjähriger Junge.
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