Lage in Bayern leicht entspannt: Hochwasser - Katastrophenalarm in Sachsen
zuletzt aktualisiert: 30.03.2006 - 15:37Dresden/Passau (rpo). In Sachsen spitzt sich die Hochwasser-Lage an der Elbe weiter zu. Zwar steigen die Pegel insgesamt etwas langsamer, doch bereitet man sich auf das Schlimmste vor, Hunderte Menschen wurden bereits in Sicherheit gebracht, Katastrophenalarm wurde ausgelöst. In Bayern entspannt sich die Lage vorübergehend, in Tschechien versinken weite Landesteile in den Fluten.
In der Stadt Pirna wurde am Donnerstagmorgen Katastrophenalarm ausgelöst, wie eine Sprecherin des Landratsamts Sächsische Schweiz sagte. Teile der Altstadt sanden unter Wasser. Bereits seit Mittwoch gilt Katastrophenalarm in den Elbanlieger-Gemeinden Bad Schandau, Rathmannsdorf, Königstein, Rathen und Wehlen.
In Bad Schandau wurden mehrere hundert Menschen aus ihren Häusern evakuiert. Dresden stellte sich für die kommenden Tagen auf bis zu 2000 Evakuierungen ein. Auch in Sachsen-Anhalt wurden steigende Wasserstände erwartet. In Bayern entspannte sich die Lage.
Seit Mittwochabend wurden in Bad Schandau nach Angaben von Bürgermeister Andreas Eggert (parteilos) rund 600 Menschen evakuiert. Sie kamen zumeist bei Verwandten und Freunden unter. Nur wenige nutzten die von der Stadt bereit gestellte Notunterkunft in Sebnitz. Auch in Pirna wurden Evakuierungen nicht ausgeschlossen. Helfer schichteten Sandsäcke auf.
Im Erdgeschoss liegende Wohnungen und Geschäfte sowie Keller wurden leergeräumt. Allein in Pirna waren am Donnerstag rund 160 Einsatzkräfte vor Ort. Der Grenzübergang Schmilka nach Tschechien sowie zahlreiche Straßen blieben gesperrt. Der gesamte Fährverkehr auf der Elbe ruhte. Die Sprecherin des Landratsams Sächsische Schweiz, Annette Hörichs, sagte, die Bewohner seien sensibilisiert, es gebe aber "keine Panik".
Beim Jahrhunderthochwasser im August 2002 war der Elbepegel in Pirna auf 10,58 Meter gestiegen. Bis zum Freitagabend wurde mit einem Pegel von 8,10 Meter gerechnet, dies wäre der zweihöchste Wasserstand seit rund 60 Jahren.
Seit Mittwochnachmittag galt auch für das Stadtgebiet Dresden der Voralarm für den Katastrophenalarm. Das Landeshochwasserzentrum rechnete in der Nacht zum Freitag am Pegel Dresden mit dem Überschreiten der Sieben-Meter-Marke und damit mit Alarmstufe 4. Bis Samstag früh wurde ein Wasserstand von bis zu 7,50 Meter erwartet. 2002 lag der Höchststand in Dresden bei 9,40 Meter. Nach Angaben der Stadtverwaltung ist die historische Altstadt nicht bedroht.
Grund für das ungewöhnlich starke Frühjahrshochwasser an der Elbe sind die späte Schneeschmelze und starke Regenfälle. Auch für das Elbegebiet in Sachsen-Anhalt rechnete der Landesbetrieb für Hochwasserschutz mit steigenden Wasserständen. Am Freitag sollte das Pretziener Wehr geöffnet werden.
Lage an der Donau entspannt
Währenddessen hat sich die Lage an der Donau vorübergehend etwas entspannt. Der Hochwassernachrichtendienst Bayern meldete am Donnerstag überwiegend sinkende Pegelstände im Donaugebiet. Von Regensburg bis Passau galt noch die Meldestufe drei und am Pegel Vilshofen die Meldestufe vier. Der Scheitel der Hochwasserwelle passierte den Raum Regensburg.
In Passau selbst gehen die Pegelstände aufgrund der sinkenden Abflüsse im Inn zurück. Der Deutsche Wetterdienst sagte für Donnerstag von Westen her länger anhaltende Niederschläge voraus, die im Laufe des Freitag teils in kräftige Schauer übergehen.
Für das Fichtelgebirge, den Bayerischen Wald und das Ostallgäu wurden zudem Unwetterwarnungen vor starkem Tauwetter herausgegeben. Deshalb wurde in den betroffenen Gebieten mit einem erneuten Anstieg der Wasserstände gerechnet.
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