Hochwasser in Sachsen: Höchste Alarmstufe entlang der Neiße
zuletzt aktualisiert: 28.09.2010 - 16:58Görlitz/Meißen (RPO). Die Hochwasserlage im Osten Deutschlands bleibt weiter angespannt. Nach tagelangem Dauerregen lösten die Behörden in der Nacht zum Dienstag in den sächsischen Landkreisen Görlitz und Meißen Katastrophenalarm aus. Viele Keller wurden überflutet und zahlreiche Straßen wegen der Wassermassen gesperrt.
Entlang der Flüsse Neiße, Große Röder, Schwarze Elster und Schwarzer Schöps in Sachsen galt an insgesamt sieben Pegeln die höchste Alarmstufe vier. Betroffen waren unter anderem die Städte Zittau und Görlitz, die erst vor wenigen Wochen heftig unter dem Augusthochwasser gelitten hatten. Im Laufe des Tages entspannte sich die Lage zumindest an der Neiße im Raum Zittau. Nachdem die Pegel fielen, wurde gegen Mittag der Katastrophenalarm zunächst für den südlichen Landkreis Görlitz wieder aufgehoben.
Lage in Görlitz angespannt
Die Lage in der Stadt Görlitz blieb auch am Nachmittag vor allem wegen des Zuflusses von Wassermassen aus Polen noch angespannt, wie der Katastrophenstab des Landkreises mitteilte. Auch die bislang weniger betroffene Elbe schwoll an. In Dresden rief das Umweltamt gegen Mittag die Alarmstufe eins aus, nachdem der Pegelstand der Elbe die Marke von 4,60 Meter überschritten hatte. Normalerweise liegt der Pegel bei rund zwei Meter.
Hochwasser-Alarmstufen
Stufe 1 (Wasserstandsmeldedienst): Pegel werden in bestimmten Zeitabständen gemessen, Deiche und Kaimauern überprüft.
Stufe 2 (Kontrolldienst): Schutzanlagen werden täglich kontrolliert.
Stufe 3 (Wachdienst): Deiche werden rund um die Uhr bewacht, beschädigte Dämme repariert und mit Sandsäcken verstärkt.
Stufe 4 (Katastrophenabwehr Hochwasser): Evakuierungen werden vorbereitet und die Deiche bei Bedarf erhöht.
Das Landeshochwasserzentrum in Dresden sprach am Dienstag von einer "flächendeckenden Hochwassersituation". Mit Ausnahme der Elbe und der Weißen Elster seien in allen sächsischen Flussgebieten vielerorts die Alarmstufen drei oder vier erreicht worden, sagte eine Sprecherin. Durch die Regenmengen schwollen nicht nur Flüsse, Bäche und Gräben an. Auch auf Feldern und Wiesen konnte das Wasser nicht mehr abfließen. Zahlreiche Straßen wurden wegen Überflutung gesperrt. Der öffentliche Personennahverkehr kam mancherorts zum erliegen. In Horka blieb am Dienstag eine Kindertagesstätte wegen des Hochwassers geschlossen.
Nachdem es in Sachsen seit Freitagabend teils ununterbrochen geregnet hatte, hob der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Dienstagmorgen die Unwetterwarnung für Teile des Freistaats auf.
In Sachsen-Anhalt und im südlichen Brandenburg bestand am Dienstag weiter Hochwassergefahr. Das brandenburgische Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) registrierte steigende Pegel an Neiße, Spree und Schwarzer Elster. Es wurde erwartet, dass in den nächsten Tagen im Bereich Spremberg an der Spree sowie an der Schwarzen Elster in Bad Liebenwerda die Alarmstufe vier erreicht wird.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







