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Schwer anhängig: Holzklotz-Werfer macht Drogenentzug

VON ANANDA MILZ - zuletzt aktualisiert: 28.05.2008 - 08:14

Oldenburg (RP). Bei dem Verhör des Holzklotz-Werfers soll es Schwierigkeiten gegeben haben. Mehr als drei Stunden wurde Nikolai H. von den Oldenburger Ermittlern vernommen - nur mit Drogen soll er die lange Befragung durchgehalten haben. Jetzt macht er einen Entzug.

Der Holzklotzwerfer Nikolai H. macht im Gefängnis jetzt einen Drogenentzug.  Foto: ddp, ddp
Der Holzklotzwerfer Nikolai H. macht im Gefängnis jetzt einen Drogenentzug. Foto: ddp, ddp

Laut Staatsanwalt Stefan Schmidt waren bei dem Verhör die ganze Zeit über Polizeiärzte anwesend. „Einmal mussten wir helfen. Mit der Ersatzdroge Methadon“, berichtete Schmidt.

Mittwoch vor einer Woche ging den Beamten der arbeitslose Spätaussiedler aus Rastede ins Netz. Der 30-Jährige gestand seine Tat und gab zu, am Ostersonntag den sechs Kilo schweren Holzklotz von einer Autobahnbrücke bei Oldenburg in einen vorbeifahrenden BMW geworfen zu haben. Dabei kam Olga K. (33) ums Leben - Ehefrau und Mutter von zwei kleinen Kindern.

Der drogensüchtige und vorbestrafte Mann saß bereits wegen Eigentumsdelikten eineinhalb Jahre im Gefängnis. Jetzt ist er in der Oldenburger Justizvollzugsanstalt (JVA) hinter Gittern und macht inzwischen einen Drogenentzug.

Wie es bei schwer abhängigen üblich ist, werde er mit der Ersatzdroge Methadon unterstützt, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Justizministeriums. Bislang teilt sich Nikolai H. eine 14 Quadratmeter große Doppelzelle und wird laut JVA bald in eine Einzelzelle im Untersuchungstrakt verlegt.

Der Holzklotz-Werfer soll nun wegen Mordes und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr angeklagt werden. Sein Verteidiger, Anwalt Axel Husheer, betonte jedoch, dass sein Mandant psychisch stark angeschlagen sei und sich die Tat selbst nicht erklären könne. Mildernde Umstände aufgrund seiner Sucht schließt die Staatsanwaltschaft hingegen aus. Stefan Schmidt: „Es gibt keine Hinweise auf eingeschränkte Zurechnungsfähigkeit. Er weiß, was er getan hat.“

Quelle: RP

 
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