Studie der Universität Jena: Homosexuelle Migranten fühlen sich doppelt diskriminiert
zuletzt aktualisiert: 23.04.2010 - 15:10Berlin (RPO). Homosexuelle mit Migrationshintergrund sind in Deutschland einer erhöhten Diskriminierung ausgesetzt. Das ergab eine am Freitag in Berlin vorgestellte Studie der Universität Jena im Auftrag des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD). Vor allem die eigene Familie stelle für Lesben und Schwule mit Migrationshintergrund ein deutlich höheres Diskriminierungsrisiko dar als für Homosexuelle ohne Migrationshintergrund.
Das gelte vor allem dann, wenn die Familien aus Ländern mit starken Repressalien gegenüber Homosexuellen stammen und ihre Eltern in Deutschland wenig integriert sind. Die Eltern reagierten negativer, und auch die Partnerschaften würden weniger akzeptiert, erklärt LSVD-Sprecher Axel Hochrein. Das Coming-Out sei daher ein großes Problem.
So sei der Anteil der offen lebenden schwulen und lesbischen Migranten deutlich geringer. Auch würden sie aufgrund ihrer sexuellen Orientierung in ihrer Familie häufiger als Homosexuelle in deutschen Familien beschimpft, geschlagen oder mussten sogar gegen ihren Willen ausziehen.
Der Lesben- und Schwulenverband forderte einen Ausbau der Unterstützungsangebote für Homosexuelle mit Migrationshintergrund sowie eine systematische Aufklärungsarbeit für Eltern und Familien. Für die Studie wurden die Daten von 137 Menschen mit Migrationshintergrund und 106 Vergleichspersonen ohne Migrationshintergrund ausgewertet.
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