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Baden-Württemberg
Schüler stellen nach #hotpantsverbot eigene Kleiderregeln auf

Horb: Schüler stellen nach #hotpantsverbot eigene Kleiderregeln auf
Die Werkrealschule aus Horb hatte mit ihrem Hotpants-Verbot eine Debatte über Sexismus ausgelöst. FOTO: dpa, frk lof bwe
Horb. Ein Jahr ist es her, dass eine Schule in Baden-Württemberg ein Hotpants-Verbot für Schüler aufgestellt hatte. Inzwischen wurden an der Einrichtung Kleiderregeln festgelegt – von den Schülern selbst.

In einem Elternbrief hatte die Werkrealschule im baden-württembergischen Horb im Juli 2015 auf die knappe Bekleidung vieler Schülerinnen reagiert. Wer in Hotpants oder "zu aufreizend" gekleidet sei, würde ein großes T-Shirt bekommen, das er darüber tragen müsste. Das hatte eine Sexismus-Debatte ausgelöst, auf Twitter wurde unter dem Hashtag #hotpantsverbot darüber diskutiert. Sogar das Haus der Geschichte hatte Interesse an einem der XXL-T-Shirts der Schule bekundet.

Ein Jahr später hat sich die Debatte beruhigt – auch an der Schule selbst. Denn wie die Leiterin der Schule, Bianca Brissaud, sagte, haben die Schüler inzwischen eigene Kleiderregeln festgelegt. Sie schrieben eine Liste mit Kleidungsstücken, "die nicht in die Schule passen". "Wir haben das Thema in Angriff genommen. Die Schülermitvertretung hat sich damit intensiv beschäftigt", sagte Brissaud dem "Schwarzwälder Bote".

In einer Themenwoche hätten die Schüler jeden Tag ein Motto gewählt, für das sie sich entsprechend angezogen hätten. Und am Ende hätten sie eine "rote Liste" erstellt, in der sie festhielten, welche Kleidung sie nicht sehen wollten: von Hausschuhen bis eben auch Hotpants. Laut Bissaud seien die Schüler inzwischen sensibler geworden, was das Thema betreffe. "Manchmal höre ich auf dem Flur Gespräche, in denen sich Schüler untereinander fragen: 'Meinst du, das kann ich so anziehen?'", sagte die Schulleiterin der Zeitung.

 

(das/dpa)
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