Suche nach Zwölfjährigem: Hubschraubereinsatz in Leipzig
zuletzt aktualisiert: 14.04.2008 - 14:28Leipzig (RPO). Suchboote und Hubschrauber halten einen Tag nach dem Bootsunglück bei einer Leipziger Ruderregatta weiterhin Ausschau nach einem vermissten Zwölfjährigen. Außerdem suchen Taucher den Leipziger Elsterkanal nach dem Jungen ab, wie ein Polizeisprecher sagte. Ein Elfjähriger schwebte am Montag weiter in Lebensgefahr.
Der zunächst von der Polizei irrtümlich für tot erklärte elfjährige Junge war nach seiner Bergung wiederbelebt worden und wurde in einem Leipziger Krankenhaus künstlich beatmet. Die Jungen und drei weitere Kinder waren vor ihrem Regatta-Start mit dem Boot ein vier Meter hohes Wehr hinabgestürzt.
Das Boot der Nachwuchsruderer aus Dessau-Roßlau war am Sonntagnachmittag auf dem Weg zum Startpunkt für die Regatta von der Strömung abgetrieben worden und die Staustufe hinuntergekippt, so dass die zwei Mädchen und drei Jungen in den Fluss fielen. In diesen ergossen sich nach starken Regenfällen der Vortage über das Wehr große Wassermengen und verursachten starke Strömungen, Verwirbelungen und Wellen, die nach Polizeiangaben die "ohnehin vorhandene und mit Schildern ausgewiesene Lebensgefahr" noch verstärkten.
Beide Mädchen und einer der Jungen konnten demnach aber bei Bewusstsein aus dem Elsterbecken gezogen werden. Ebenso wie der reanimierte Elfjährige wurden sie in ein Krankenhaus gebracht. Eines der Mädchen verdankt sein Leben womöglich dem beherzten Eingreifen eines 18-Jährigen aus Halle. Dieser lenkte sein Boot unmittelbar nach dem Unglück in die auch für ihn lebensgefährliche Strömung hinter dem Wehr, so dass sich das Mädchen an dessem Rumpf festklammern und bis zum Eintreffen der Feuerwehr über Wasser halten konnte.
Die Suche nach dem vermissten Zwölfjährigen wurde bei Einbruch der Dunkelheit vorübergehend abgebrochen und am frühen Morgen mit etwa hundert Rettungskräften wieder aufgenommen. Parallel prüfte die Polizei, ob es für das Bootsunglück strafrechtlich Verantwortliche gibt und wie es zu ihrer eigenen Falschmeldung über den vermeintlichen Tod des Elfjährigen kommen konnte.
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