Entführung in Heidenheim: Hunderte Polizisten suchen nach Bankiers-Frau
zuletzt aktualisiert: 14.05.2010 - 13:01Heidenheim (RPO). Von der in Heidenheim entführten Frau eines Bankiers gibt es weiter keine Spur. Laut einem Polizeisprecher durchsuchten Hunderte Polizisten am Freitagmorgen ein größeres Waldgebiet an der A7. Bereits am Donnerstag hatten dem Sprecher zufolge etwa 300 Beamte nach der Frau gesucht. Insgesamt seien rund 30 Hinweise aus der Öffentlichkeit eingegangen. Eine heiße Spur gibt es noch nicht.
Die Fahnungs-Aktion an der Autobahn begründete der Sprecher damit, dass es in der Vergangenheit Entführungsfälle gegeben habe, bei denen das Opfer im Wald an einen Baum festgebunden wurde.
Der Ehemann hatte am Mittwoch gegen 11.20 Uhr einen Anruf erhalten, in dem eine hohe Geldsumme für die Freilassung der Frau gefordert wurde. Die Familie habe, wie verlangt, das Geld neben der Autobahn 7 zwischen den Anschlussstellen Heidenheim und Oberkochen hinterlegt - markiert mit einer Deutschlandfahne. Es sei jedoch nicht abgeholt worden, auch einen weiteren Kontakt mit den Entführern habe es nicht gegeben.
Die Familie sei auf alle Forderungen eingegangen, die Lösegeldübergabe sei aber gescheitert. Seitdem gebe es keinen Kontakt zu den Entführern mehr. Die Fahndung laufe auf Hochtouren.
Deshalb habe sich die Familie entschlossen, die Polizei einzuschalten. Rund 300 Polizeibeamte, darunter zahlreiche Spezialkräfte, seien im Einsatz, hieß es.
Die 54-Jährige ist am Mittwochvormittag verschwunden. Auch von ihrem schwarz lackierten Auto fehlt jede Spur. Die Polizei hat die Bevölkerung um Mithilfe bei der Suche nach der Vermissten gebeten. Die Frau ist ungefähr 1,65 Meter groß und hat halblange blonde Haare. Über ihre Kleidung ist nichts bekannt.
Sie fuhr einen schwarzen Mercedes der A-Klasse mit dem Kennzeichen HDH-MB 770, Baujahr 2009. Der Mercedes ist mit Schiebedach und Alu-Felgen ausgestattet. Im Bereich der hinteren Stoßstange soll er beschädigt sein.
Der Fall erinnert an die Entführung einer Wiesbadener Bankiersfrau vor gut einem Jahr. Der flüchtige Häftling Thomas Wolf hatte die Frau im März 2009 in seine Gewalt gebracht und ein Lösegeld in Höhe von 1,8 Millionen Euro erpresst. Kurz nach der Lösegeldübergabe in der Nähe von Frankfurt am Main konnte sich die an einen Baum gefesselte Frau selbst befreien.
Nach einer bundesweiten Fahndung war Wolf dann am 28. Mai in Hamburg festgenommen worden. Vor dem letzten Verbrechen hatte er acht Jahre lang unerkannt in Frankfurt gelebt. Anfang des Jahres 2000 war er in Nordrhein-Westfalen von einem Hafturlaub nicht mehr in die Justizvollzugsanstalt Moers/Kapellen zurückgekehrt.
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