Sachschäden und Festnahmen in Hamburg: Hunderte randalieren im Schanzenviertel
zuletzt aktualisiert: 05.09.2010 - 09:56Hamburg (RPO). Was einst als Kult galt, sorgt bei immer mehr Bewohnern des Hamburger Schanzenviertels für zunehmenden Frust. Wie seit vielen Jahren endet das Straßenfest im Viertel rund um den Autonomentreff Rote Flora am Samstagabend in Randale und hartem Durchgreifen der Polizei. Auf friedliches Treiben mit Flohmarkt und bunten Ständen folgen splitternde Scheiben, brennende Autos, Wasserwerfer- und Schlagstockeinsatz.
Nach Angaben der Polizei am frühen Morgen wurden mindestens 23 Linksautonome nach Flaschen- oder Steinwürfen vorläufig festgenommen, drei weitere Randalierer kamen in Gewahrsam. Zwei Polizisten wurden leicht verletzt. Auch eine unbekannte Zahl Jugendlicher sowie Schaulustiger erlitt Platzwunden und Schnittverletzungen durch Scherben. Mehrere Menschen kollabierten nach Polizeiangaben aufgrund von Alkoholvergiftungen.
Nach dem Ende des Schanzenfestes hatten junge Leute gegen 22 Uhr in Nachbarschaft des Autonomenzentrums Rote Flora erste Müllhaufen angesteckt. Vielfach vermummte und schwarz gekleidete junge Leute zogen unter anderem Bauzäune auf eine belebte Verkehrsstraße. Gegen 23 Uhr bewarfen nach Polizeiangaben etwa 350 Randalierer die anrückenden Beamten mit Steinen, Flaschen und Böllern.
Container in Brand gesetzt
Die Polizei setzte Wasserwerfer und Schlagstöcke ein. Die Jugendlichen wurden durch die Straßen rund um die Rote Flora abgedrängt. Die Straßen in dem Viertel um den Linkentreff wurden unter Wasserwerfer-Einsatz geräumt. Gegen Mitternacht begann die Polizei damit, die Randalierer weitläufig nach und nach aus dem gesamten Schanzenviertel zu verdrängen. Im Umfeld setzten Randalierer daraufhin mehrere Container in Brand.
Mehr als 2300 Beamte im Einsatz
Gegen 00.20 Uhr hatte die Polizei nach eigenen Angaben mehr als 2300 Beamte im Einsatz. Dabei erhielt die Hamburger Polizei Verstärkung aus Schleswig-Holstein, Bayern, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und von der Bundespolizei. Zur vorläufigen Bilanz der Krawalle gehörten zahlreiche Sachschäden. Unter anderem zertrümmerten Randalierer Scheiben an einer Sparkassenfiliale sowie an einem Supermarkt und einem Modegeschäft. Junge Leute zündeten zudem mindesten ein Auto an und demolierten eine Telefonzelle.
Im Hamburger Schanzenviertel kommt es unter anderem nach dem Schanzenfest seit Jahren immer wieder zu schweren Krawallen. In der Nacht zum 1. Mai etwa waren bei Ausschreitungen zahlreiche Polizisten und junge Leute verletzt worden. Das diesjährige Schanzenfest war zwar von der Hamburger Innen- und der Stadtentwicklungsbehörde sowie dem zuständigen Bezirksamt Altona offiziell geduldet worden. Entgegen einer ursprünglichen Ankündigung hatte der Eigentümer der Roten Flora das Fest jedoch nicht angemeldet.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







