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Juristische Auseinandersetzungen
In Berlin und Leipzig leben die streitsüchtigsten Deutschen

In Berlin und Leipzig leben die streitsüchtigsten Deutschen
FOTO: dpa, ebe sv sab
Hamburg . Die Deutschen streiten sich offenbar immer öfter. Wie eine am Montag veröffentlichte Auswertung der Beratungsdaten des Rechtsschutzversicherers Advocard ergab, streiten sich die Menschen in Berlin und Leipzig am meisten.

Hochgerechnet hatten dort mehr als 30 von 100 Einwohnern rechtliche Probleme. Bundesweit stieg die Zahl der Streitigkeiten um 22,3 Streitfällen pro 100 Einwohner im Jahr 2014 auf 25,1 Streitfälle im Jahr 2016. Zwei Drittel aller Dispute werden laut Advocard von Männern ausgetragen. Damit änderte sich das Verhältnis im Vergleich zu 2014 nicht.

Die häufigsten Probleme tauchen laut Studie im Privatleben auf, wo 40,1 Prozent der Dispute ihren Anfang nehmen. Hier dominieren Scheidungen und Erbstreitigkeiten. Der Straßenverkehr sorgt für 27,9 Prozent der Streitigkeiten, wobei sich die Versicherten am häufigsten wegen Unfällen und Geschwindigkeitsüberschreitungen an die Rechtsschutzversicherung wenden.

Die Arbeit ist Ursache von 13,4 Prozent der rechtlichen Probleme. Hauptsächlich geht es dabei um Fragen der Vergütung. Nachbarschaftsstreit und Unstimmigkeiten bei den Betriebskosten sind die Hauptursachen für Probleme beim Thema Wohnen. Sie sorgen für 11,2 Prozent aller Streitigkeiten. Mit 7,5 Prozent entzünden sich am wenigsten Probleme am Umgang mit Behörden.

Laut Advocard geht es mit 68 Prozent in den meisten Streitfällen um Werte von weniger als 2000 Euro, Anteil steigend. Die meisten Fälle dauern weniger als sechs Monate, allerdings stieg auch der Anteil der Streits, die sich über mehr als ein Jahr zogen.

Während Advocard von immer mehr juristischen Auseinandersetzungen spricht, sank aber die Zahl der Klagen vor Gericht deutlich, wie Daten des Statistischen Bundesamts zeigen. Die Neueingänge bei den Amts- und Landgerichten in Zivilstreitigkeit nahmen zwischen 2003 und 2016 um mehr als 30 Prozent ab.

Auch an den meisten anderen Gerichten sanken die Zahlen in den vergangenen Jahren stark. Eine Advocard-Sprecherin hatte dafür keine Erklärung: "Wir haben in unserer Auswertung keine Daten dazu erhoben", sagte sie.

Laut einem Advocard-Sprecher werden bereits Kontaktaufnahmen mit der Rechtsschutzversicherung als Streitfälle gezählt. Wie viele Fälle tatsächlich vor Gericht landen, wertete Advocard demnach nicht aus.

(felt/AFP)
 
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