Hitze-Rekord lag bei 37,8 Grad: In der Nacht kommen die Unwetter
zuletzt aktualisiert: 20.08.2009 - 21:59Frankfurt/Main (RPO). Deutschland hat den heißesten Tag des Jahres hinter sich. Absoluter Spitzenwert im Messnetz des Deutschen Wetterdienstes sind 37,8 Grad in Rahden (Kreis Minden-Lübbecke) in Nordrhein-Westfalen an der Grenze zu Niedersachsen. Am Abend wurde es im Westen stürmisch. Es gibt Unwetterwarnungen.
In der Nacht kommen im Westen und Nordwesten Schauer und Gewitter auf. Stellenweise fallen diese unwetterartig aus. Heftiger Regen, Hagel und schweren Sturmböen, örtlich sind auch Orkanböen sind möglich. Vor allem vom Niederrhein bis nach Schleswig-Holstein sind vereinzelt auch Tornados nicht ausgeschlossen, meldet die Unwetterzentrale.
Die Feuerwehr in Düsseldorf meldete am Abend auf Anfrage keine Schäden. Der Sturm ziehe langsam richtig Ruhrgebiet, erklärte Michael Sandforth von der Düsseldorfer Feuerwehr unserer Redaktion. Die Feuerwehr halte sich weiter bereit.
Rekord liegt bei 37,5 Grad
Nahezu überall in Deutschland heizte zuvor die Sonne am Donnerstag die Luft auf Werte über 30 Grad. Im Südwesten und im nördlichen Nordrhein-Westfalen waren 37 Grad keine Seltenheit. Waghäusel (Kreis Karlsruhe Land) im Rheintal erreichte 37,5 Grad.
+++ Unser Hitze-Ticker zum Nachlesen +++
Die Hitze war teilweise drückend schwül: So lag die gefühlte Temperatur in Mannheim wegen der Luftfeuchtigkeit und wenig Wind bei deutlich über 40 Grad. Auf den Berggipfeln und an der Küste war es nicht ganz so heiß. Auf dem Feldberg in Schwarzwald am Nachmittag 24 Grad gemessen, in Oberstdorf auf einer Höhe von 800 Metern waren es allerdings immer noch 31 Grad.
Die Bonner Feuerwehr rettete am Donnerstag ein Kleinkind aus einem verschlossenen Auto. Die Fenster waren nur einen kleinen Spalt weit geöffnet. Die Stadt kündigte an, gegen den Vater Anzeige wegen Misshandlung Schutzbefohlener zu erstatten.
August ist wärmer als normal
Der August war bislang überdurchschnittlich warm. Bisher ist der Monat etwa zwei Grad wärmer als im langjährigen Mittel, wie die Meteorologin Dorothea Paetzold erklärte. "Der heutige Tag dürfte diese Werte noch etwas verstärken", sagte sie.
Eher trockene Hitze gab es in einem Streifen von Mecklenburg-Vorpommern über Berlin bis nach Sachsen. Diese Regionen werden erst am Freitag von Schauern und Gewittern erreicht. Die Front, die von Frankreich und den Beneluxstaaten Richtung Deutschland zog, sollte in der Nacht eine Linie von Niedersachsen über Thüringen bis ins nördliche Baden-Württemberg ereichen.
Dabei haben die Meteorologen das Problem, dass sich Gewitter nur schwer genau vorhersagen lassen. "Das kommt immer anders, als man denkt", betonte Paetzold. Bayern und der Osten Deutschlands bekommen wohl erst am Freitag kühlere Temperaturen.
Der Sommer ist noch nicht vorbei
Abkühlung bedeutet aber nicht, dass der Sommer vorbei ist. Das sonniges Wetter geht am Wochenende weiter, aber bei weitem nicht so schweißtreibend wie bisher. Im Westen steigen am Freitag die Temperaturen auf 21 bis 26 Grad an, im Osten nochmals auf um die 30 Grad.
Am Wochenende wird es überwiegend heiter, bei Werten zwischen 19 Grad an der Nordsee und 26 Grad am Oberrhein. Am Sonntag sind nur noch 24 Grad möglich. Auch die Nächte werden erfrischender: Die Tiefstwerte liegen in der Nacht zum Samstag bei 19 bis 12 Grad, einen Tag später bei 15 bis 10 Grad.
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