Prozess: In zwei der neun toten Babys wurden Alkoholspuren gefunden
zuletzt aktualisiert: 18.05.2006 - 17:52Frankfurt/Oder (rpo). Wann genau und woran die Babys aus Brandenburg, die von ihrer Mutter Sabine H. in mhereren gefäßen aufbewahrt wurden, gestorben sind, ist nicht mehr feststellbar. Jedoch fanden die Gerichtsmediziner in zwei Babys Spuren von Alkohol.
Wegen der jahrelangen Liegezeiten der Leichen könne nur noch sicher gesagt werden, dass es sich um Neugeborene gehandelt habe, sagte ein Sachverständiger am Donnerstag einem Justizsprecher zufolge vor dem Landgericht Frankfurt (Oder). Die 40-jährige Sabine H. muss sich dort wegen achtfachen Totschlags verantworten.
Zudem fanden die Gerichtsmediziner in den Überresten von zwei der toten Babys Spuren von Alkohol. Dies sei aber kein Zeichen dafür, dass Sabine H. wie von ihr dargestellt während der Geburten betrunken gewesen sei. Dies könne auch bis zu drei Tage vor der Niederkunft gewesen sein. Die gelernte Zahnarzthelferin hatte erklärt, sich bis auf einmal stets beim Einsetzen der Wehen betrunken zu haben. Nachdem sie wieder zu sich gekommen sei, habe das jeweilige Neugeborene tot neben ihr gelegen.
Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten vor, acht Neugeborene zwischen 1992 und 1998 umgebracht zu haben. Einen ersten Fall aus dem Jahr 1988 hat das Gericht bereits als verjährt nach DDR-Recht gewertet. Die Reste der Leichen waren im Juli 2005 in mehreren Gefäßen unter Erde begraben hinter dem Elternhaus von Sabine H. entdeckt worden. Seither sitzt die gelernte Zahnarzthelferin in Untersuchungshaft. Es handelt sich um einen beispiellosen Fall von Kindstötungen in Deutschland.
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