Winterwetter: Industrieschnee über Düsseldorf
VON UWE FELTEN - zuletzt aktualisiert: 31.01.2011 - 14:20Düsseldorf (RPO). Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für weite Teile Deutschlands ruhiges Winterwetter vorausgesagt. Über Düsseldorf ging am Morgen allerdings Schnee nieder. Die Stadt liegt am Mittag immer noch unter einer dünnen weißen Schicht. Offenbar handelt es sich bei dem Phänomen um Industrieschnee.
Die Meteorologen hatten für weite Teile der Nordhälfte sowie gebietsweise auch ganz im Süden hochnebelartige Bewölkung vorhergesagt. In den anderen Regionen sollte die Sonne bei nur leicht bewölktem oder wolkenlosem Himmel scheinen. Die Temperaturen schwanken laut DWD zwischen Werten von minus fünf Grad im Südosten und bis zu plus drei Grad im Rheinland.
In der Nacht zum Dienstag wird im Norden weiterhin Hochnebel erwartet. Die Temperaturen unter Hochnebel werden zwischen null und minus fünf Grad liegen, sonst zwischen minus fünf und minus zehn Grad.
Industrieschnee in Düsseldorf
Während sich deutschlandweit das Wetter von seiner ruhigen Seite zeigte, schneite es in der nordrheinwestfälischen Landeshauptstadt. Die Meteorologin Rebekka Krampitz vom Wetterdienst Meteomedia bestätigte in einem WDR5-Interview am Morgen, dass es sich in diesem Fall um Industrieschnee handele.
Das Phänomen "Industrieschnee" ist eine von Menschen gemachte meteorologische Beinflussung des Wetters. Industrieanlagen "erzeugen" quasi durch Emissionen von Wasserdampf. Diese Art von Schneefall sind durch die Industrieanlagen örtlich begrenzt, können sich aber über einen längeren Zeitraum hinziehen.
Eine wichtige Bedingung für die Entstehung von Industrieschnee ist das Vorliegen von besonderen Wetterbedingungen, wie Nebel oder hochnebelartige Bewölkung, eine ausgeprägte Temperatur-Umkehrschicht in Bodennähe, geringe Luftbewegung und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Diese Wetterlagen sind lokal bedingt und in Mitteleuropa häufig von November bis Februar anzutreffen.
Folgende Faktoren müssen vorliegen, um Industrieschnee entstehen zu lassen:
- hoher Anteil an Kondensationskeimen (Rauch, Staub)
- Temperaturen am Boden von einigen Grad unter Null
- eine Temperatur von etwa −5 bis −7 °C in einer Höhe von etwa 100 bis 200 m über dem Boden (In Verbindung mit Punkt 1 somit eine Inversion)
- hohe Luftfeuchtigkeit (Nebelbildung)
In der Regel ist dieser Schnee feinkörniger als natürlich entstandener, da die geringe Fallhöhe den Eiskristallen weniger Zeit lässt, sich zu entwickeln. Zudem ist der Industrieschnee in der Regel deutlich stärker mit Schadstoffen belastet.
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