Gewerkschaften besorgt: Jeder vierte Polizist leidet unter Burnout
zuletzt aktualisiert: 01.04.2010 - 13:51Hamburg (RPO). Laut einer Studie der Hochschule Magdeburg-Stendal sind deutsche Polizisten häufig vom sogenannten Burnout-Syndrom betroffen. Einem Magazinbericht zufolge ist besonders die Bundespolizei betroffen: Hier klagt jeder vierte über entsprechende Erschöpfungszustände.
Laut "Spiegel" haben die Wissenschaftler für die Studie mehr als 2000 Bundes- und Landespolizisten befragt, außerdem Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Technischem Hilfswerk. Beim Vergleich schnitt die Bundespolizei demnach mit Abstand am schlechtesten ab. Zwischen der ersten Untersuchung 2006 und einer zweiten 2008 stieg die Zahl der "hoch ausgebrannten" Bundespolizisten von 15 auf rund 25 Prozent. Unter Landespolizisten liege die Burnout-Rate dagegen bei 10 Prozent.
Besonders schlechte Werte ermittelten die Wissenschaftler für die Bundespolizei auch, wenn es um die Identifikation mit der eigenen Truppe geht. Rund zwei Drittel der befragten Beamten fühlten sich demnach nur wenig mit den Werten und Zielen der Behörde verbunden. Die miese Stimmung schlage sich auch im Engagement nieder: 42 Prozent hätten der Studie zufolge angegeben, sie seien nur "gering engagiert", heißt es weiter in dem Bericht.
Die Beamten klagten über zu viele Wochenend- und Sondereinsätze sowie über Personalabbau bei wachsenden Aufgaben. Die Forscher sähen daher auch Handlungsbedarf auf politischer Ebene, um die Belastungen zu senken. Nach Einschätzung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat sich die Situation in den letzten Monaten noch weiter verschlechtert. Nach häufigen Versetzungen im ganzen Bundesgebiet seien viele der 39.500 Mitarbeiter "inzwischen entwurzelt". Den für die Bundespolizei GdP-Bezirkschef Josef Scheuring zitiert der "Spiegel" mit den Worten: "Viele verkraften die Unsicherheit nicht mehr."
Die Studie ist nach dem Bericht des Hamburger Nachrichtenmagazins "Spiegel" vom Bundesinnenministerium in Auftrag gegeben worden. Ein Sprecher der Hochschule in Magdeburg bestätigte, dass dort eine entsprechende Erhebung erstellt wurde, konnte aber nichts zu deren Inhalten sagen.
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