Statistisches Bundesamt: Jedes dritte Kind hat Migrationshintergrund
zuletzt aktualisiert: 05.08.2008 - 15:37Wiesbaden (RPO). Fast jedes dritte Kind in Deutschland hat Eltern mit Migrationshintergrund. 29,3 Prozent der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren haben mindestens ein Elternteil, das eine ausländische Staatsbürgerschaft hat oder eingebürgert wurde.
Das sagte Stefan Rübenach vom Statistischen Bundesamt am Dienstag der Nachrichtenagentur AP auf Grundlage des Mikrozensus 2007. Bezogen auf Familien mit minderjährigen Kindern beträgt der Migrationsanteil nach diesen Angaben 27 Prozent entsprechend gut einem Viertel. So haben von den insgesamt knapp 8,6 Millionen Familien mit Kindern und Jugendlichen rund 2,33 ausländische Wurzeln, wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilte.
Verantwortlich für die höhere Migrationsquote der Kinder gegenüber den Familien ist der größere Kinderreichtum von Familien mit Migrationshintergrund. So betrug die Anzahl der Kinder unter 18 Jahren im Durchschnitt 1,61 pro sogenannter Eltern-Kind-Gemeinschaft. Bei denjenigen mit ausländischem Hintergrund lag er mit 1,74 deutlich höher als bei denjenigen ohne (1,56).
Mehr kinderreiche Familien mit ausländischem Hintergrund
Deutlich mehr Familien mit mindestens einem ausländischen oder eingebürgerten Elternteil hatten auch drei oder mehr minderjährige Kinder: Während der Anteil bei den Familien mit Migrationshintergrund bei 16 Prozent lag, betrug er bei den übrigen nur neun Prozent.
In den alten Bundesländern ohne Berlin war der Anteil der Familien mit minderjährigen Kindern und ausländischem Hintergrund mit 30 Prozent mehr als doppelt so hoch wie in den neuen Bundesländern (14 Prozent).
Im Osten war auch die durchschnittliche Kinderzahl pro Familie deutlich geringer als im Durchschnitt und als im Westen: Sie lag in Ostdeutschland insgesamt bei 1,46 und im Westen bei 1,64.
Vergleichszahlen für die früheren Jahre 2005 und 2006 wollte das Statistischen Bundesamt möglicherweise in der kommenden Woche vorlegen. Beim Mikrozensus wird den Angaben zufolge jedes Jahr ein Prozent der Gesamtbevölkerung befragt.
Aus der reinen Bevölkerungsstatistik, die über die Angaben der Meldeämter erstellt wird, geht nur die aktuelle Staatsangehörigkeit der Bürger hervor, nicht aber ihre Herkunft. Ebenfalls als Bürger mit Migrationshintergrund wird den Angaben zufolge erfasst, wer beispielsweise als Spätaussiedler eine sogenannte einbürgerungsgleiche Maßnahme erhalten hat.
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