Keine Chance für die Spürhunde: Jetzt gesichtet: Bär geht baden
zuletzt aktualisiert: 21.06.2006 - 18:36Innsbruck/München (rpo). Dem "Problembären Bruno" alias JJ1 ist etwas Neues eingefallen, um seine Verfolger zum Besten zu halten. Zuletzt gönnte er sich in Österreich ein kühles Bad im Achensee und tappte erfrischt davon - trotz sofortigen Einsatzes der finnischen Bärenfänger.
Vorerst nur noch bis zum Wochenende sind die finnischen Bärenjäger zum Aufspüren und Einfangen von "Bruno" engagiert. Obwohl Zeugen ihn in der Nacht zum Mittwoch erneut aus nächster Nähe beobachtet haben wollen, gelang es den Bärenjägern nicht, seine Fährte aufzunehmen.
Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur APA lief der Bär mit einem Abstand von zirka vier Metern um 1.06 Uhr an einem Tiroler in Maurach am Achensee vorbei. Danach habe sich das Tier laut Polizei ein "kühles Bad" im See gegönnt. Obwohl die Polizei gleich die finnische Hundestaffel verständigt habe, konnten die Jäger keine Spur finden. Aus dem Bezirk Kufstein wurde außerdem ein geplünderter Hühnerstall gemeldet.
"Es wurden keine Spuren wie Haare, Tatzenabdrücke oder Losung gefunden", sagte der bayerische Bärenbeauftragte Manfred Wölfl. Die finnischen Bärenjäger mit ihren Elchhunden seien zunächst zum österreichischen Achensee gebracht worden, hätten aber keine Fährte aufnehmen können.
Auf Ablehnung stieß bei den Experten dem Vorschlag eines Tiertrainers aus Hannover, "Bruno" mit Hilfe einer brunftigen Bärin in die Falle zu locken. Der Tiertrainer Dieter Kraml hatte dafür seine 13 Jahre alte Bärin "Nora" angeboten. Kraml sagte der "Augsburger Allgemeinen": "Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Bär Witterung aufnimmt, wenn Nora in der Nähe ist", sagte Kraml. Er wolle mit Nora im Grenzgebiet zwischen Bayern und Tirol umherstreifen und warten, was passiert.
WWF-Sprecher Jörn Ehlers sagte: "An sich ist der Vorschlag gar nicht so doof." Er habe aber einen entscheidenden Haken: "Die Bärin ist nicht nur viel zu alt, sondern Bruno auch noch viel zu jung: Er ist noch gar nicht geschlechtsreif!" Schon bislang seien alle Versuche, den zwei Jahre alten Bären mit Lockstoffen zu ködern, fehlgeschlagen. Auch der Bärenbeauftragte Wölfl erklärte, die Finnen hätten auch Brunftlockstoffe bei sich. Allerdings würde diese schon angesichts der Hitze kaum Wirkung zeigen.
Unklar blieb weiter, wie lange die Bärenjagd der Finnen noch andauern soll. Der Vertrag mit den Hundeführern laufe noch bis Ende der Woche, ob er verlängert werde, stehe noch nicht fest, sagte Wölfl: "Es ist noch offen." Bei einem Abzug der Bärenjäger, die den Auftrag haben, das Tier mit einem Betäubungsgewehr lebend zu fangen, würde in Bayern voraussichtlich wieder die Abschusserlaubnis wieder in Kraft gesetzt werden, die von Umweltminister Werner Schnappauf für vorübergehend außer Kraft gesetzt worden war.
Finnischer Botschafter sorgt sich um Hunde
Der finnische Botschafter in Berlin, René Nyberg, führte die tagelangen Misserfolge der Bärenjäger auf das heiße Sommerwetter zurück: "Die Witterungsverhältnisse sind natürlich in Bayern anders", sagte er dem Bayerischen Rundfunk. "Die armen, armen Bärenhunde leiden einfach unter der Hitze." Dagegen mahnte WWF-Experte Ehlers einen langen Atem an: "Die letzte Bärenjagd in Tirol hat sechs Jahre gedauert."
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