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Eisbär Knut: Jetzt ist er in der PuBÄRtät

zuletzt aktualisiert: 09.07.2007 - 17:51

Berlin (RPO). Eltern und Lehrer fürchten die Pubertät wie der Teufel das Weihwasser. Diese Zeit zwischen Kindheit und Erwachsenensein. Die Zeit des Auflehnens, der Stimmungsschwankungen, der Unberechenbarkeit. Bei Eisbär Knutsch-Knut ist es jetzt so weit. Traurige Folge: Die Knut-Show ist vorbei.

Knut ist groß geworden, von der Figur schon ein Halbstarker. Beim Spielen und Herumtollen kann er seine immensen Kräfte nicht immer kontrollieren. Die Folge: Blaue Flecken bei seinem Pfleger und Kumpel Thomas Dörflein. Auch mit Stimmungsschwankungen hat er zu kämpfen. Besonders gefährlich sind diese emotionalen Achterbahnfahrten bei Eisbären. Denn: Die Tiere haben kaum Mimik, Thomas Dörflein muss höllisch aufpassen. Über die Zuneinigung und die Kameradschaft freut sich Knut aber immer noch. Auch der halbstarke Knut will immer wieder kuscheln, braucht Zuwendung.

Eisbär Knut: Jetzt ist er in der PuBÄRtät. Und die Knut-Show ist vorbei. Zumindest für die Öffentlichkeit.

Der letzte Auftritt fand am Sonntag statt. Thomas Dörflein zeigte sich danach ein bisschen erleichtert. "Ich bin froh", sagte der 43-Jährige der der "Berliner Zeitung". "Ich kann auch nicht mehr. Ich fühle mich ausgebrannt."

Der ruhig-symphatische Pfleger hatte den Anfang Dezember geborenen Eisbären mit der Flasche hochgepäppelt und Tag und Nacht an seiner Seite verbracht. Ende März hatte er das damals neun Kilo leichte Bärenbaby erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Die Folge: Die ganze Welt war im Knutsch-Knut-Fieber.

Zehntausende strömten zu den knuffigen Raufereien, der in den Wochen darauf in rasantem Tempo wuchs. Der Zoo hatte bereits angekündigt, dass Knut bis August von seinem Pflegerfreund "abgenabelt" werden muss, weil es sonst für den Pfleger zu gefährlich wird.

Aber Dörflein will weiter mit ihm spielen, seinen Bären nicht im Stich lassen.  "Es bedeutet nur, dass es keine festen Zeiten mehr gibt." Noch müsse Knut seinen "Papa" auch nicht vermissen. "Ich bin immer noch für ihn da", sagte Dörflein. "Knut ist doch noch ein Kind, er braucht mich." Typisch PuBÄRtät eben.

Der leicht wortkarge Pfleger, der mit Knut ins Rampenlicht kam, sehnt sich offenbar danach, wieder hinter den Kulissen des Bärengeheges zu verschwinden. Der Rummel sei das Schlimmste, bekannte er. "Die Leute wollen Autogramme, wollen mich anfassen." Selbst wenn er mit seiner Freundin unterwegs sei, ließen ihn Fremde nicht in Ruhe. Er habe sich überlegt, ob er seinen Bart abnehmen solle, um sich unkenntlich zu machen.

Knut bekommt davon natürlich nichts mit. In der PuBÄRtät ist man halt mit anderen Dingen beschäftigt. 


 
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