Eisbär-Baby aus Nürnberg: Jetzt suchen sie für "Flocke" eine neue Bleibe
zuletzt aktualisiert: 11.01.2008 - 14:51Düsseldorf (RPO). "Flocke", das Eisbär-Baby aus dem Nürnberger Zoo, ist noch keine fünf Wochen alt und doch steht dem Jungtier nach seinem Auszug aus dem Gehege bereits der zweite Umzug bevor. "Der Röntgenraum in meiner Praxis ist nicht der richtige Ort für ihn", sagte Tierarzt Bernhard Neurohr. Im Internet hat "Flocke" bereits einen Platz gefunden. Das Baby hat nun auch schon seine eigene Internetseite.
Das weiße Fellknäuel mit dem Spitznamen Flocke ist zwar immer noch ohne richtigen Namen, aber soweit wohl auf. Aber wer braucht auch schon einen Namen, wenn man dafür bereits seine eigene Website mit Fotos, Videos und Nachrichten bekommt. Unter www.eisbaer.nuernberg.de gibt es inzwischen alle wichtigen Informationen über die kleine Eisbärin. Die Nachricht von heute ist positiv. "Die Nacht verlief sehr gut. Es hat getrunken und geschlafen", verkündet Tierarzt Dr. Bernhard Neurohr dort.
Doch das heißt jedoch nicht, dass es nicht doch noch Komplikationen geben könnte. Es bestehe immer noch die Gefahr einer Magenverstimmung, bedingt durch den Wechsel von Muttermilch auf Ersatzmilch. Zudem arbeite die Verdauung der kleinen Eisbärin langsamer als erwartet. Laut Dr. Bernhard Neurohr, sei ein Grashalm im Kot gefunden worden, der noch aus der Wurfhöhle stammt. Ansonsten bekommt die kleine weiterhin sechs mal am Tag bis zu 120 Milliliter Ersatzmilch und sei 2050 Gramm schwer sowie 35 Millimeter groß. Dennoch zeigen sich alle vorsichtig optimistisch, dass "Flocke" das alles unbeschadet überstehen wird.
Derweil informiert man sich bei Zooleitung über eine bestmögliche Aufzucht. Der Zoo Berlin soll in diesem Fall hilfreich zur Seite stehen. So wird man wohl genau so wie damals bei Knut nicht drumherum kommen, eine neue Wohnung zu bauen und Sicherheitspersonal einzustellen, welches die Massen an Besuchern am Gehege vorbeilotst, sobald die Eisbärendame öffentlich vorgeführt wird. Ebenfalls viel Platz benötigt der Zoo zusätzlich auch vor dem Gehege, um dem sicherlich hohen Andrang an Presse und Besuchern zu genügen.
Sobald ein Name gefunden ist, wird sich wohl auch eine Marketing-Abteilung bilden. Knuts Name brachte viel Geld durch Kuscheltiere und Ähnlichem mit sich, auf was der Zoo Nürnberg wohl ungern verzichten möchte. Bereits jetzt gab es Anfragen für einen Film, ein Buch und ein Kuscheltier, auch wenn dieses wohl nicht anders aussehen wird als der alte Plüschknut.
Auch auf diverse Kritiker muss sich der Zoo einstellen. Mord-und Klagedrohungen waren bei Knut nicht selten mit von der Partie. Es kommt also eine Menge Arbeit auf den Zoo Nürnberg zu.
In der Zwischenzeit sucht der Zoo zudem an einer Möglichkeit einen Spielkameraden für die Eisbärin zu finden. Da die Chance einen Zoo mit einer weiteren Handaufzucht zu finden ist aber gering. Noch geringer dabei ist aber die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Zoo den Eisbären dann auch abgeben würde.
Das ist jedoch nicht weiter tragisch, da Eisbären normalerweise sowieso als Einzelgänger gelten und meist nur zur Paarung zusammen kommen. Inzwischen macht man sich auch schon langsam Gedanken um einen richtigen Namen. Sie können bereits Vorschläge auf der Seite von "Flocke" einreichen. Die Favoriten sollen bald auf der Website bekannt gegeben und vielleicht später sogar in einer Abstimmung dort gewählt werden.
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