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"Augsburger Puppenkiste"
Jim Knopf kritisiert "falsche Politik" der AfD

Jim Knopf von der Augsburger Puppenkiste: "Falsche Politik" der AfD
Jim Knopf aus der "Augsburger Puppenkiste". FOTO: dpa
Augsburg. Jim Knopf, unbegleiteter minderjähriger Flüchtling und dunkelhäutiger Star der "Augsburger Puppenkiste",  hat es offenbar nicht so mit der AfD-Chefin Frauke Petry. Das zumindest ließ er jetzt in einem Interview durchblicken.

Die Partei habe am Beispiel seines Freundes Lukas gezeigt, "wie schnell man durch falsche Politik dort landen kann, wo man gar nicht hin wollte", sagte die berühmte Kinderbuchfigur der "Augsburger Allgemeinen".

Petry hatte am Freitag bei einem umstrittenen Augsburg-Auftritt eine Holzfigur von Lukas dem Lokomotivführer geschenkt bekommen. Jim Knopf sagte auf die Frage, ob er lieber selber zu der AfD-Chefin gezogen wäre: "Ich würde nur ganz kurz zu Frau Petry ziehen, um meinen Freund Lukas den Lokomotivführer dort rauszuziehen." - Gegen den Auftritt der rechtspopulistischen Politikerin hatte es massive Proteste gegeben. Petry hatte jüngst erklärt, die Bundespolizei müsse an der Grenze notfalls auf Asylsuchende schießen.

Eigentlich kein Flüchtling - sondern "postalischer Irrtum"

Zu seinem genauen Status sagte Jim Knopf, eigentlich sei er gar kein Flüchtling gewesen, sondern ein "postalischer Irrtum". "Bei den heutigen Paketpreisen wäre das aber wohl zu teuer." Der Waisenjunge war einst per Post auf die Insel Lummerland gekommen, wurde von Frau Waas großgezogen und freundete sich mit Lukas dem Lokomotivführer an. Die Geschichte von Michael Ende zählt zu den Klassikern deutscher Kinderliteratur und wurde von der "Puppenkiste" als Marionettentheater adaptiert.

"Ich hoffe, dass jeder, der in seiner Heimat um sein Leben fürchten muss, in Deutschland sein eigenes Lummerland finden darf", fügte Jim Knopf in dem Gespräch hinzu. In Anspielung auf die Haltung von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Flüchtlingszuzug nach Deutschland wies er darauf hin, dass schon König Alfons immer gesagt habe: "Wir schaffen das." "Er hätte im Übrigen eher auf Emma und den lummerländischen Nahverkehr verzichtet, als mich auszuweisen."

Rathausverbot gerichtlich gescheitert

Petry hatte am Freitagabend beim Neujahrsempfang der Augsburger AfD-Stadtratsfraktion gesprochen. Ein Rathaus-Verbot für die Politikerin war zuvor gerichtlich gescheitert. Tausende Bürger der Stadt demonstrierten auf dem Rathausplatz mit einer Mahnwache und einer "Friedensparty" gegen den Auftritt. Augsburg hat eine Jahrhunderte alte Tradition als Friedensstadt.

(lukra/KNA)
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