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"medium magazin"
Journalisten des Jahres in Berlin ausgezeichnet

"medium magazin": Journalisten des Jahres in Berlin ausgezeichnet
Die Preisträger in Berlin. FOTO: Wolfgang Borrs
Berlin. In Berlin würdigte das "medium magazin" am Montagabend die Preisträger – darunter auch drei Redakteure der "Rheinischen Post".

Über kein anderes Stück wurde in Deutschland wohl so diskutiert wie über Markus Feldenkirchens Porträt von Martin Schulz als SPD-Kanzlerkandidat im Wahlkampf. Für diese Leistung ist der "Spiegel"-Redakteur als "Journalist des Jahres"am Montagabend in Berlin ausgezeichnet worden. Eine rund 100-köpfige unabhängige Fachjury der Branchenzeitschrift "medium magazin" hatte die Preisträger in zehn Fach-Kategorien bestimmt.

"Menschliche Nahaufnahmen"

Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen lobte die Politiker-Porträts von "Spiegel"-Autor Markus Feldenkirchen als menschliche Nahaufnahmen, die weit über die üblichen Maßstäbe des Politikjournalismus hinausgingen. Feldenkirchen habe ein neues journalistisches Format erfunden, er habe mit dem Schulz-Porträt "eine Soziologie der Seele" betrieben. "Erstmals erkenne ich nun auch eine Linie im Handeln", entgegnete Feldenkirchen und bedankte sich bei Martin Schulz für dessen Mitwirkung an dem Porträt, das seine besondere "Wertschätzung für den Journalismus" zeige.

Der seit Februar 2017 in der Türkei inhaftierte und vor wenigen Tagen entlassene Deniz Yücel und der Unterstützerkreis #FreeDeniz erhalten den Sonderpreis der "Journalisten des Jahres". Gewürdigt werde deren Einsatz für das Recht auf freie Meinungsäußerung und für die Freilassung der in der Türkei zu Unrecht inhaftierten Kollegen. Dass Yücel aus dem Gefängnis hörbar wurde, ermöglichte erst ein Netzwerk von Unterstützern, die sich dafür einsetzten, dem Unrechtszustand der Inhaftierten ein Ende zu setzen. Der Unterstützerkreis #FreeDeniz sorgt dafür, dass die unbegründete Haft von Yücel und vieler anderer Journalisten in der Türkei nicht vergessen wird, urteilte die Jury, die ihre Entscheidung bereits im Dezember bekannt gegeben hatte.

Auch drei Redakteure der Rheinischen Post wurden ausgezeichnet. Chefredakteur Michael Bröcker erhielt die Ehrung in der Kategorie "Chefredaktion regional". "Er ist der am stärksten digital denkende Chefredakteur und treibt unermüdlich Innovationen voran", schreibt die Jury. Er und sein Team hätten eine hauseigene Strategie gefunden, um den Spagat zwischen den Bedürfnissen der klassischen Zeitungsleser und den Anforderungen neuer Nutzungsgewohnheiten zu meistern. Politik-Redakteurin Julia Rathcke gewann in der Kategorie "Reporter regional". "Ihre Berichterstattung über die AfD im Wahlkampf und die versuchte Unterwanderung durch Reichsbürger verdient großen Respekt", würdigt die Jury. "Trotz der vielen Anfeindungen vor und hinter den Kulissen ließ sich die Jungreporterin in ihrer Recherche und Analyse nicht beirren." Ihre Beharrlichkeit stecke in jedem ihrer Texte.

"Die Frau, die Donald Trump ärgerte"

In der Sparte "Politik" belegte Kristina Dunz, stellvertretende Leiterin unserer Berliner Parlamentsredaktion, den dritten Platz. "Sie ist die Frau, die Donald Trump ärgerte", heißt es in der Würdigung. "Für ihre kritischen Fragen an den US-Präsidenten erntete Kristina Dunz, damals noch in Diensten der dpa, international viel Lob."

Die weiteren Preisträger sind Barbara Hans ("Spiegel Online") in der Kategorie "Chefredaktion National". Robin Alexander ("Welt") in "Politik". Kayhan Özgenc ("Bild am Sonntag") ist bester Wirtschaftsjournalist. Nils Minkmar ("Der Spiegel") der beste Kulturjournalist. Eva Schulz ("Funk") setzte sich in der Rubrik "Unterhaltung" durch, Jessy Wellmer (ARD/rbb) im "Sport". Tanja Krämer und Christian Schwägerl (RiffReporter) wurden für ihre Wissenschaftsberichterstattung ausgezeichnet, Lara Fritzsche ("SZ-Magazin") als "Reporterin national". "Edition F", eine digitale Plattform für Frauen, gewann in der Rubrik "Entrepreneur". Die Auszeichnung für das Lebenswerk ging an Ingrid Kolb, zuletzt Leiterin der "G+J/Henri-Nannen-Schule".

Quelle: RP
 
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